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Men of Mayhem – hochwertiges Bikerlabel vom Kiez mit klarem Statement

Bikerlabel Men of Mayhem

Kevin Herbst war eigentlich Mediengestalter und nebenbei Türsteher auf dem Kiez, bevor er Gründer des Modelabels Men of Mayhem wurde. Die Biker- und Lifestyle-Marke hat inzwischen deutschlandweit Fans und auch Sportgrößen wie Kevin Kuske und Susianna Kentikian gehören zu den Unterstützern des Labels. Der Hamburger Jung erzählt im Gründerinterview, wie er sein Label mit coolen Designs, aber wenig Geld aus der Taufe hob.

Kevin , kurz und knapp: Pitche Deine Geschäftsidee?

Men of Mayhem ist eine Marke für hochwertige Bikermode und bietet fast alles von Hoodies über Jacken bis hin zu Hosen. Die Kleidung soll dabei jenseits der Biker-Klischees von Jeansweste und Leder sein. Wir vertreiben moderne Kleidungsstücke, die Sportlichkeit, derbes Design und Funktionalität verbinden. 

Was genau war der Auslöser für den Start in ein eigenes Business?

In der Vergangenheit, arbeitete ich neben der Tätigkeit als Grafiker bei einer Kreativagentur als Türsteher im Hamburger Kiez auf St. Pauli und trug dabei oft ein von mir selbst entworfenes T-Shirt. Das kam in der Szene gut an. So gut, dass sich daraus ein Geschäftsmodell entwickeln konnte. 

Dank meiner Grafikausbildung konnte ich auch ohne vorherige Kenntnisse im Modedesign meine Ideen so visualisieren, dass sie Produzenten als Arbeitsgrundlage dienten. 

Schnell wurde klar, dass ich einen Nerv getroffen habe und es jede Menge Menschen gibt, die genauso detailversessen sind wie ich. Die Nachfrage stieg mehr und mehr, sodass wir schnell gewachsen sind. 

Was macht das Geschäftsmodell einzigartig – was ist der USP?

Es ist die Men of Mayhem-Community, die das Label so einzigartig macht. Unsere Kunden fühlen sich einfach mit dem Lifestyle verbunden. Das erkennt man schon allein an unserer aktiven und riesigen Instagram und Facebook Community. Die Leute verlinken unsere Klamotten auf ihren Bildern und wir feiern gemeinsam eine Marke, die für ein unverwechselbar freies Lebensgefühl steht. 

Manche unserer Anhänger tragen die 13 sogar unter der Haut, größtenteils tätowiert in unserem eigenen Tattoostudio, das zum Flagship Store gehört. Bei MEN OF MAYHEM steht das einzigartige Lebensgefühl und nicht die Masse im Vordergrund, daher sind die Teile auch nicht bei Großunternehmen zu erhalten, obwohl es da durchaus schon Anfragen gab.  

Wo siehst Du die Zielgruppe bzw. wer sind die Wunschkunden?

Men of Mayhem ist für Biker, und Sportler und Jeden, der die Freiheit in vollen Zügen genießt und sich nicht die Butter vom Brot nehmen lässt. Auch für Jene, die eine Affinität für Qualität, Lifestyle und Liebe zum Detail haben. 

Wie viel Geld wurde bis zum Start investiert und wie lange war die Vorlaufzeit?

Ich habe mir damals ca. 400€ von dem Geld abgespart, das ich als Türsteher verdient habe. Damit habe ich dann die ersten Shirts gedruckt und diese dann in meinem Umfeld verkauft.

Es gab also nie eine wirkliche Vorlaufzeit, vielleicht auch weil es am Anfang nie das Ziel war daraus eine Marke werden zu lassen. Ich habe einfach gestartet und alles auf mich zukommen lassen. Vielleicht hat auch das einfach zum Erfolg geführt, denn die meisten scheitern schon beim Start einer Sache. 

Es wird schon mehrere Male verbessert bevor überhaupt der erste Schritt gemacht wurde und Lösungen für Eventualitäten gefunden, die gar nicht aufgetreten sind. 

Wie sieht es mit der Einnahmeseite aus – auf welchem Weg werden Geldrückflüsse erzielt?

Unseren Haupteinnahmen machen wir über unseren eigenen Onlineshop, dann kommt unser Flagshipstore in Hamburg, die Harley Days und die Custombike Show. Im direkten Verkauf liegt einfach die höchste Marge bei uns, danach folgt dann der Verkauf unserer Produkte an andere Stores.

Welche Werbe- bzw. PR-Aktion hat bis dato für den größten Bekanntheitsschub gesorgt?

Die Werbung über Facebook zeigt bei uns die größte Werbewirkung. Facebook Ads haben wir gezielt als wichtigstes Marketing-Instrument in unsere Strategie integriert. Und die Analyse unserer Kampagnen zeigt, dass ein Großteil der Klicks auf unserer Website durch Facebook generiert werden. Dies liegt daran, dass auf Facebook ein Großteil unserer Zielgruppe unterwegs ist, die sich in dem Alter von 25 bis 40 Jahren bewegt.  

Auch unser jährlicher Stand auf den Harley Days ist ein hervorragender Vertriebsweg, um unseren Kunden näher zu kommen. Inzwischen nimmt unser Stand dort eine Fläche von 150 Quadratmetern ein. Tausende Biker-Begeisterte kommen nach Hamburg gereist und darunter viele unserer Fans. Nirgends ist der Kontakt zur Kundschaft so eng wie bei diesem Ereignis. 

Welche Vision verfolgt Du und welche Schlagzeile würdest Du gern mal über das Unternehmen lesen?

Wir wollen langfristig das Händlernetzwerk ausbauen und auch selbst reine Men of Mayhem Stores in weiteren Städten eröffnen. Außerdem bauen wir den internationalen Versand aus. Wir beliefern zwar jetzt schon die umliegenden Länder, aber warum nicht noch eine weitere Internationalisierung des Geschäfts wie die USA, dem Heimatland der Bikerkultur?

Eine Schlagzeile, die mir so richtig gefallen würde, wäre: „MEN OF MAYHEM revolutioniert die Bikermode von Deutschland über XX bis in die USA“.

Auf welche 3 Tools/Apps kannst Du bei der täglichen Arbeit keinesfalls verzichten und warum?

WhatsApp, Wunderlist und Illustrator.

90% meiner Kommunikation läuft einfach über WhatsApp, weil der Austausch einfach unmittelbar stattfindet. Diese kurzen Wege der Abstimmungen sind auch einer der Gründe warum wir so viele Produkte pro Jahr rausbringen. Ein kurzes Foto oder ein Videoanruf und Probleme/Unklarheiten können blitzschnell aus der Welt geschaffen werden. 

Bei einer Mail dauert es einfach wieder, es ist einfach viel langsamer und ein mühseliges Hin und Her bevor dann wirklich alles klar ist. Der Austausch von Dateien funktioniert dank Web WhatsApp auch wunderbar, daher nutzen wir Mail meist nur noch zur wirklichen Auftragsbestätigung. 

Wunderlist ist einfach ein super Tool um seine To-do‘s zu organisieren. Gerade dann, wenn das Unternehmen immer weiter wächst, kommt man einfach an seine Leistungsgrenze bezüglich des eigenen Gedächtnisses. Ständig kommt irgendeine neue Aufgabe, es muss etwas bestellt werden, es fehlt ein Farbcode oder es muss etwas freigegeben werden. Und diese zusätzlichen Aufgaben entstehen während man etwas anderes zu tun hat. Schreibt man sie dann nicht auf, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass man es einfach vergisst.

Illustrator ist für mich als Grafiker ein unersetzliches Tool. Ich kann schnell Ideen skizzieren und es ist das wichtigste Werkzeug, um die ganzen Worksheets unserer Produkte umzusetzen. Viele Sachen entstehen einfach spontan und dann muss man den Moment nutzen, um es richtig aufs Papier bzw. auf den Bildschirm zu bringen. 

Was bedeutet für Dich persönlich Erfolg – worauf kommt es wirklich an?

Erfolg impliziert für mich nicht in erster Linie den ökonomischen Erfolg. Viel eher bedeutet der Begriff für mich, Menschen von unserer Marke zu überzeugen, sodass sie Teil der Community werden. Wie Alan Watts sagt „Tue was du liebst und es wird immer Jemanden geben der diese Passion teilt“. 

Und das persönlich macht mich stolz – wenn ich bemerke, wie vielen Leuten ich begegne, die unsere Klamotten tragen oder Autos sehe, die mit dem MoM-Logo gebrandet sind. 

Das großartige Feedback über Facebook und Instagram oder Harleys, die komplett im MoM-Look gebaut sind – das ist für mich Erfolg und darauf kommt es an. Erfolg heißt in dem Zuge auch, sich selbst treu zu bleiben und trotzdem tun zu können, was man will, ganz egal, ob es jedem in den Kram passt. 

Fehler würdest Du aus der eigenen Erfahrung heraus jungen Gründern ersparen?

Man sollte zu Beginn nicht alles auf eine Karte setzen. Meiner Erfahrung nach, sollte das Risiko zunächst gering gehalten werden, daher empfehle ich erstmal nebenberuflich zu starten. 

Bei Fehlschlägen und Misserfolgen ist man dann nicht direkt erwerbslos und der Druck von außen ist weniger hoch. Als ich angefangen habe, arbeitete ich über 40 Stunden die Woche in einer Agentur als Grafiker, habe mir noch zusätzlich zwei Tage als Türsteher die Nächte um die Ohren geschlagen und in den restlichen Nächten die Marke aufgebaut. 

Die Ausrede „Wann soll ich das noch machen?“ gab es für mich nie. 

Welche Frage sollte sich eine Gründerin bzw. ein Gründer mindestens einmal gestellt haben?

Gründe ich aus eigener Überzeugung heraus oder rein aus monetären Gründen? 

Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass Selbstständigkeit extrem strapaziös, hart sein kann und sehr viel Arbeit bedeutet. Es werden einem immer wieder Steine in den Weg gelegt und es geschehen viele Fehlschläge, die man nicht vorausahnen konnte.

Wer dann nur aus einer Laune heraus und nicht aus felsenfester Überzeugung gründet oder wem es einfach nur ums Geld geht, dem geht oft schnell der Antrieb flöten und der Glauben an der Sache verloren. 

Eine starke Überzeugung der eigenen Marke und eine persönliche Vision ist extrem wichtig. Du musst die Bereitschaft haben, einige Jahre Dreck zu schaufeln, dadurch Erfahrung zu sammeln und als Gründer daran zu wachsen. Das ist total wichtig, damit man nicht schon bei kleinen Niederschlägen die Flinte ins Korn wirft.

Mit welchen drei Worten würdest Du dich selbst beschreiben?

Entschlossen, zielstrebig und loyal. 

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