Wenn sich der Einkauf auszahlt – Kundenbindung durch Kundenkarten

Kundenkarten

Wer kennt sie nicht: die Payback Karte, Deutschland Card oder die klassische Bonuskarte beim Bäcker nebenan.

Als pay-back, also „Zurückzahlungs-“System, geben sie dem Kunden das Gefühl, bei seinen Einkäufen etwas zurück zu bekommen und auf diese Weise eine Mehrwert zu haben – mehr für sein Geld zu bekommen.

Was dahinter steht und wie sich Kundenkarten für jedes Unternehmen umsetzen lassen.

Warum Kundenbindung so wichtig ist

Kundenbindung ist ein zentrales Thema in der Geschäftswelt. Wie in jedem Lebensbereich ist eine langfristige Beziehung auf Dauer nämlich unkomplizierter und einfacher zu pflegen, als sich immer wieder neu präsentieren zu müssen.

Besonders für Gründer ist es deshalb wichtig, neben der Neukundenakquise auch daran zu denken, die Kunden langfristig zu binden, um sich so auf Dauer einen Stammkundenkreis aufzubauen.

Neukunden aus einer Zielgruppe zu werben ist nämlich immer teurer, als einen zufriedenen Kunden zu halten und darüber hinaus durch Mundpropaganda und Empfehlung von bereits erledigten Aufträgen, neue Kunden zugespielt zu bekommen.

Eine Möglichkeit der Kundenbindung ist beispielswiese die Kundenkarte, die neben dem Datenaustausch und dadurch die Möglichkeit Kontakt zu halten, noch weitere Vorteile für die B2C Beziehung bringt.

Von der Rabattmarke zur Kundenkarte: Schon gewusst?

Während in den USA schon seit Ende des 19. Jahrhunderts Rabattmarken als Marketinginstrument üblich waren und diese heute von 83 Prozent aller US-Bürger verwendet werden, war dies in Deutschland bis 2001 durch das Rabattgesetz unterbunden.

Laut diesem Gesetz durften keine Preisnachlässe von mehr als drei Prozent vergeben werden.

Um Kunden fester an sich zu binden und Rabatte gezielter vergeben zu können, entwickelte sich daraus die Kundenkarte als Bindungsinstrument: im Tausch gegen Daten zum Einkaufsverhalten, die durch die Nutzung der Karte analysiert werden können, bekommt der Kunde Rabatte, Vorteile oder das Privileg, an Sonderaktionen – wie einem verfrühten Start des Schlussverkaufs – teilzunehmen.

Das Marketing lässt sich so gezielter auf Einzelpersonen ausrichten, um individuelle Kaufanreize zu setzen. Die durchschnittliche Rabattspanne, die über Kundenkarten vergeben werden, liegt bei drei bis fünf Prozent des Einkaufswerts.

Verbreitung: Warum Kundenkarten immer aktuell sind

Die Payback Card ist wohl das Paradebeispiel für ein Shop-Übergreifendes Kundenbindungssystem. Durch das Sammeln von Punkten, können Coupons und Gutscheine erreicht werden, die schließlich bei den Partnern des Programms eingelöst werden können und natürlich einen Wettbewerbsvorteil darstellen.

Die Payback Karte ist dabei die weitverbreitetste Plastikkarte im Portemonnaie der Deutschen, nach Kredit- und EC-Karte: 25 Millionen Nutzer haben sich bei dem Programm registriert. Das ist der Beweis, dass Kundenkarten immer aktuell sind – denn die Payback Karte gibt es seit über 15 Jahren.

Der Kunde, der durch die Nutzung dann personalisiert über für ihn relevante Angebote informiert werden kann, schätzt diesen Service und nutzt die für ihn entstehenden Vorteile gerne.

Auch bei den Twitterperlen ist die Frage nach der Payback-Karte schon gelandet, die laut Payback-Geschäftsführer Brugger nicht nervt, sondern die Kunden erfreut, da sie den Einsatz der Karte sonst vergessen.

Und obwohl sich manch einer darüber lustig macht – Kundenkarten lohnen sich, da der Kunde eine Exklusivität empfindet, wenn er Rabatte erhält und individuell informiert wird über Neuigkeiten und Angebote.

Kundenkarten müssen aber nicht zu großen Programmen gehören – das ist oftmals gerade für kleine Unternehmen schwierig, da durch das Payback-Programm auch Kosten für ein Unternehmen entstehen.

Mit einem eigenen Kartendrucker und individuellen Kundenkarten, die sich recht einfach herstellen lassen, ist nämlich noch ein weiterer Vorteil abgedeckt: da diese im Portemonnaie platziert, immer wieder ins Auge fällt, wenn der Kunde irgendwo zahlt, wird das Unternehmen in Erinnerung gerufen, ganz ohne Newsletter oder offensichtliche Werbung.

Sie wird so quasi zur stabileren Version einer Visitenkarte und einer unaufwändigen Gedächtnisstütze.

Kundenkarten im Dienstleistungssektor

Auch wenn Kundenkarten oftmals nur mit Geschäften und großen Handelsketten in Verbindung gebracht werden – für kleinere Unternehmen ist es ebenfalls sinnvoll, ein Bonusprogramm einzuführen und so Kunden an sich zu binden.

Der Bäcker nebenan ist beispielsweise ein ebenso kleines Unternehmen, wie ein junges Start-Up. Eine Bäckerei im Heidelberger Raum hat ein Bezahlkartensystem für seine Kunden eingeführt, wodurch zum einen eine Kundenbindung erreicht wird, und zum anderen der Barzahlungszwang abnimmt – denn gerade beim Bäcker, wo für kleine Beträge eine Zahlung mit der EC-Karte zu teuer ist, stehen Kunden oft vor dem Problem dass gerade kein Bargeld dabei ist.

Da Kartennutzung überall beliebter wird, war diese Erledigung bisher immer problematisch. Ein weiterer Vorteil von Bezahl-Karten ist, dass Kunden das Gefühl haben „umsonst“ einzukaufen. Der emotionale Negativ-Faktor des Geld-Weg-Gebens, ist bei Kartenzahlung ausgeschaltet und führt so zu einem insgesamt positiveren Erlebnis.

Aber zurück: nicht nur für Verkaufsunternehmen sind Kundenkarten eine Möglichkeit, Kunden zu binden. Als Dienstleistungsunternehmer können beispielsweise gewisse Services zusätzlich angeboten werden – Exklusivleistungen quasi, wenn der Kunde einen erneuten Auftrag vergibt.

Oder per Treuekarte, auf die entweder elektronisch oder klassisch mit Stempeln, Punkte vergeben werden. Auch in der Gastronomie ist das ein umsetzbares Konzept, um die Kunden zu binden. Wenn bei der Zahlung beispielsweise ein kleiner Gutschein mit einem Rabatt auf das nächste Essen ausgegeben wird, kommt der Kunde sicher gerne wieder.

Das Belohnungssystem kann natürlich je nach Branche unterschiedlich ausfallen. Eine Kundenkarte als Bindungsinstrument lässt sich jedoch für jedes Geschäftsmodell abwandeln.

Fazit Kundenbindung durch Kundenkarten

Kundenbindung sollte auch für junge Unternehmer und Start-Ups ein zentrales Thema sein. Langzeit-Kunden sind effizienter für das Business als Neukunden und sollten entsprechend gebunden werden.

Ein wertvolles Instrument, das Kundenbindung bewirkt, ist beispielsweise die Kundenkarte, die durch ein individuelles Belohnungssystem einen Mehrwert für den Kunden darstellt und dem Unternehmer im Gegenzug einen stabilen Kundenkontakt ermöglicht.

Je nach Branche lassen sich unterschiedliche Belohnungssysteme entwickeln und individuell abstimmen. Eine eigene Kundenkarte hat darüber hinaus den Vorteil, dass sie dem Kunden immer wieder ins Auge fällt und so zum dauerhaften Werbeträger wird.

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