In 5 Schritten einen erfolgreichen Online-Handel aufbauen

E-Commerce

Laut Statistik erreichte der Umsatz mit Waren im E-Commerce 2020 in Deutschland mehr als 83 Milliarden Euro. Da die Corona-Krise zum kräftigen Wachstum im Online-Handel beitrug, war das Jahr 2020 ein besonderes Jahr im Online-Business – ein Rekordjahr. Aber laut der Prognose wird erwartet, dass der Umsatz bis 2023 etwa 91 Milliarden Euro betragen wird.

Auch wenn der Umsatz im Online-Handel im Vergleich zu Jahr 2020 nicht so rasant wachsen wird, ist eines klar: der Online-Handel gewinnt weltweit weiter an Bedeutung. Das erklärt auch, warum immer mehr Händler ihre Waren im Internet verkaufen.

Es gibt eine Reihe von Vorteilen, die der Einstieg in den Online-Handel mit sich bringt, wie zum Beispiel erhöhte Flexibilität und Transparenz, Unabhängigkeit von Öffnungszeiten, Kosteneinsparungen sowie Erschließung neuer Märkte durch globale Präsenz und mehr.

Aber bevor man alle angebotenen Vorteile nutzen kann, sollte man in den Online-Handel erfolgreich einsteigen. In dem folgenden Beitrag wird erklärt, welche praktischen Schritte Neueinsteiger tätigen müssen, um einen Onlineshop richtig aufzubauen.

Schritt 1. Marktnische finden

Der Erfolg im Online-Handel hängt weitgehend davon ab, ob man seine Zielgruppe für Produkte oder Dienstleistungen findet. Diese strategische Frage muss von Anfang an geklärt werden, noch bevor weitere Schritte unternommen werden.

Die Orientierung an großen Marktführern wie z. B. Amazon oder Walmart, die eine breite Palette an Waren anbieten, kann einen daran hindern, sich auf dem Markt zu etablieren. Bei der Fokussierung auf eine Marktnische haben sowohl Gründer als auch kleine und mittlere Unternehmen größere Chancen, die Marktlücke zu füllen und sich erfolgreicher im Online-Handel zu positionieren. Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten, die bei der Suche nach einer Marktlücke genutzt werden können, darunter auch:

  • Kommerzielle Keyword-Recherche: es geht um Begriffe (im Idealfall mit hohem Suchvolumen und geringerer Konkurrenz), welche deine potentiellen Kunden bei der Suche nach Nischeprodukten nutzen können. Solche Tools wie Google Keyword-Planer, Google Suggest, Google Trends sowie andere helfen, passende Keywords-Ideen gesamt mit zusätzlichen Daten über deine Konkurrenten zu finden.
  • Wettbewerbsanalyse (sowohl im Internet als auch in sozialen Medien): solch eine Analyse zielt darauf ab, das Potenzial im gewählten Marktsegment zu ermitteln, Einflussfaktoren zu entdecken und Wettbewerbsvorteile zu finden, die dir helfen, sich von der Konkurrenz abzuheben.

Schritt 2. Fertigungs- und Lieferkette aufbauen

Je nachdem, welches Geschäftsmodell ausgewählt wird – Online-Handel als einziger Absatzkanal oder als Teil der Multichannel-Strategie; Verkauf von selbst herstellten Produkten oder bei Lieferanten/Großhändlern gefundenen Produkten – wird die Fertigungs- und Lieferkette unterschiedlich aufgebaut.

Ob Startups ein Lager aufbauen müssen, hängt davon ab, mit welchen Lieferanten, Großhändlern und Herstellern sie arbeiten werden. So zum Beispiel können angebotene Produkte im Lager bei einem Großhändler bis zur Bestellung bleiben. Sobald ein Endkunde etwas bestellt hat, übernimmt ein Großhändler diese Bestellung und führt sie im Namen vom Online-Händler aus.

Dieses Modell der Distribution, bei dem Produkte direkt vom Lager eines Großhändlers zu Kunden zugestellt werden, heißt Dropshipping„. Das Modell gewinnt im Online-Business immer mehr an Beliebtheit, weil es eine wunderbare Gelegenheit bietet, ohne Eigenkapital (oder mit geringem Kapital) in den Online-Handel zu starten. Bei diesem Geschäftsmodell ist es besonders wichtig, einen zuverlässigen Dropshipping-Anbieter auszuwählen.

Wenn sich Online-Händler jedoch für ihr eigenes Lager entscheiden, entsteht ein Bedarf, einen guten Versanddienstleister zu finden. Die Zuverlässigkeit spielt hier wiederum für Online-Händler eine entscheidende Rolle. Unabhängig davon, welches Modell gewählt wird, müssen Startups darauf achten, dass Endkunden immer Bestellungen rechtzeitig erhalten wollen.

Schritt 3. Businessplan erstellen

Um einen Online-Handel erfolgreich aufzubauen, ist die Erstellung eines detaillierten Businessplans ein unverzichtbarer Schritt, der auf keinen Fall verpasst werden sollte. Ein Businessplan zielt darauf ab, eine Geschäftsidee sowie ein darauf basierendes Geschäftsmodell (eigener Online-Shop oder Marktplatz-Modell) anschaulich darzustellen, kurz- und langfristige Ziele festzulegen und in Details zu beschreiben, mit welchen umsetzbaren Schritten und Verfahren diese erreicht werden können.

Es gilt zu beachten, dass die Markt- und Wettbewerbsanalyse als ein unerlässlicher Bestandteil eines erfolgreichen Businessplans gilt.

Unter Berücksichtigung der Tatsache, dass unzureichendes oder fehlendes Wissen zu Branche, Markt und Zielgruppe einer der Gründe für das Scheitern junger Unternehmen ist, liegt es klar auf der Hand, dass es sich lohnt, in eine aussagekräftige Marktforschung Ressourcen zu investieren.

Darüber hinaus ist eine systematische Marktanalyse ein Muss für Unternehmen, die flexibel auf geänderte Anforderungen reagieren und überhaupt auf dem Markt bestehen möchten. Die Markt- und Wettbewerbsanalyse ermöglicht es, wertwolle Informationen über den Markt (Marktgröße, -potenzial, -wachstum, -risiken und mehr), die Wettbewerbslandschaft und die gewünschte Zielgruppe zu gewinnen.

Schritt 4. Online-Shop erstellen oder Produkte über Marktplätze verkaufen

Es gibt zwei Modelle, Produkte online zu verkaufen: entweder Angebote über etablierte Marktplätze wie Amazon oder Ebay zu machen, oder einen eigenen Online-Shop aufzubauen. Die letzte Alternative passt zu denen, die sich im E-Commerce langfristig selbständig machen möchten. Aber man kann immer parallel die andere Option verwenden und von der Kombination aus diesen zwei Modellen profitieren. Wenn es um die Erstellung des eigenen Online-Shops geht, sollte jeder Gründer eine Reihe von Fragen beantworten:

  • Wer wird mir einen Online-Shop erstellen: Freelancer, Agentur oder ich selbst unter dem Einsatz von Shop-Baukasten, die keine Programmierkenntnisse erfordern?
  • Welche Shop-Software sollte ich für meinen zukünftigen Online-Shop auswählen: Magento, WooCommerce, Shopware, Shopify oder anderes?
  • Welche Bezahlverfahren wird mein Online-Shop anbieten: Vorkasse, PayPal, Sofortüberweisung und andere?
  • Brauche ich zusätzliche Apps wie z. B. Shopping-Apps oder Apps zum Versandtracking?
  • Mit welchen Kosten sollte ich rechnen und wie kann ich meine zukünftigen Investitionen reduzieren: z. B. eine E-Commerce-Website als MVP entwickeln, um das Projekt auf die Machbarkeit zu überprüfen oder bei der Entwicklung zusätzlicher Apps auf die plattformübergreifende Entwicklung setzen, um die Verfügbarkeit von Apps auf mehreren Plattformen sicherzustellen?
  • Mit welchen rechtlichen Bestimmungen sollte ich mich als Shop-Betreiber befassen: Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO), Verpackungsverordnung, Impressum, Widerrufsbelehrung? Wer kann mir helfen?
  • Wie kann ich für bessere Kundenerlebnisse sorgen: z. B. durch Chatbots; Einsatz innovativer Technologien wie AI, VR oder AR, personalisierte Angebote, Data Analytics und mehr?
  • Welche Funktionen wird mein Online-Shop anbieten: z. B. Produktsuche, hochwertige Produktdarstellungen mit Bildern und begleitenden Texten, übersichtliche Navigation, benutzerfreundlich gestalteter Checkout-Prozess, Mehrsprachigkeit und mehr?
  • Worauf sollte ich beim Design meines Online-Shops achten: Integration von Corporate Design, Priorisierung von User Experience, perfekte Darstellung auf gezielten Mobilgeräten und mehr?

Antworten auf diese sowie andere Fragen helfen dir, deinen Businessplan technisch umzusetzen und einen rechtsicheren sowie benutzerfreundlichen Online-Shop zu erstellen und online zu bringen, der Anforderungen deiner Zielgruppe entspricht und einen erfolgreichen Eintritt in den Online-Handel sicherstellt.

Schritt 5. Marketingstrategie planen

Dein Shop ist nun online. Sicher kann man den Erfolg feiern. Aber das ist kein Ende, sondern ein Anfang.

Ab jetzt muss du für mehr Traffic und die erhöhte Sichtbarkeit deiner E-Commerce-Website sorgen. Um einen Online-Shop bekannt zu machen und neue Besucher darauf zu locken, bietet Marketing auch für den Online-Handel eine Reihe von Tools.

Abhängig von Zielen eines Gründers und der Zielgruppe können unterschiedliche Marketingkanäle zum Einsatz kommen. Die Shop-Betreiber sollten festlegen, welche Marketingkanäle für ihre Zielgruppe am besten geeignet sind. Aber aus verschiedenen Gründen ist es empfehlenswert, mehrere Kanäle gleichzeitig zu nutzen, um den gesamten Customer Journey abzudecken und die Reichweite zu erhöhen.

Es werden unterschiedliche Marketingmaßnahmen angeboten, darunter auch:

  • Werbung (sowohl traditionelle als auch digitale)
  • E-Mail-Marketing
  • SEO und Content-Marketing
  • Social-Media-Marketing
  • Influencer-Marketing

Im Vergleich zum Offline-Marketing ist der Online-Marketing gut messbar. Dank passender Analysetools wie z. B. Google Analytics kann man nach jeder Marketingmaßnahme derer Erfolg messen und analysieren, welche Auswirkungen diese sowohl auf den Traffic als auch auf den Umsatz hat. Dementsprechend kann man für jede einzelne Marketingkampagne Optimierungspotenziale herausfinden oder die Kampagne deaktivieren, falls diese keine erwünschten Ergebnisse bringt.

Fazit

Ohne Zweifel befindet sich der Online-Handel heute im Wandel. Die Corona-Pandemie hat diesen Wandel nur beschleunigt. sodass immer mehr Menschen unterschiedliche Waren online kaufen wollen. Daher ist es kein Wunder, warum dieses Thema großes Interesse bei Startups erweckt.

Aber um einen Online-Handel richtig aufzubauen, müssen sich Startups im Klaren sein, welche Besonderheiten ein Online-Business hat, und diese beim Start zu beachten. Nachgefragte Marktnische, richtig aufgebaute Lieferkette sowie detaillierter Business-Plan mit weiteren praktischen Schritten helfen dir, ein solides Fundament für deinen Eintritt ins Online-Business zu legen und einen Online-Handel erfolgreich aufzubauen.

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