Basiswissen Corporate Design: stilsicher und überzeugend in die Öffentlichkeit

Das Corporate Design ist der visuelle Auftritt, das „Gesicht“ eines Unternehmens.

Ein durchdachtes Logo, geeignete Unternehmensfarben, Fonts und Fotos auf Geschäftspapieren und der Website sind wichtige Bausteine erfolgreicher Firmenkommunikation: Sie spiegeln die wesentlichen Charakteristika Ihres Unternehmens wider, sorgen für einen hohen Wiedererkennungswert und schaffen Vertrauen beim Kunden. Gründe genug also für Existenzgründer, bei der Wahl des Corporate Designs mit Bedacht vorzugehen. Was man dabei berücksichtigen sollte, erfahren Sie hier.

Think before you print

Einige grundsätzliche Überlegungen sollten bei der Entwicklung des Corporate Designs am Anfang stehen. Welche Kunden möchten Sie erreichen? Welche Eigenschaften sind typisch für Sie und Ihr Unternehmen? Eher konservativ oder locker? Unkonventionell, elegant, kreativ, billig oder seriös? Mit der Antwort auf diese Fragen können Sie Ihr Corporate Design präzise auf Ihre Zielgruppe abstimmen, denn natürlich sieht das Briefpapier eines Notars anders aus als das von Clown Hupe, der mobilen Kindergeburtstagsüberraschung.

Zudem sollte das Corporate Design, hat es einmal das Licht der Öffentlichkeit erblickt, nur selten und mit Fingerspitzengefühl verändert werden. Wer heute ein grünes und morgen ein rotes Logo hat, sorgt für Verunsicherung. Kontinuität im öffentlichen Auftritt dagegen vermittelt Ihren Kunden das Gefühl, es mit einem verlässlichen, soliden Partner zu tun zu haben.

Selber machen? Oder machen lassen?

Vor allem Gründer mit kleinem Budget sind versucht, ihr Corporate Design selbst zu kreieren. Doch die mühevolle, nächtelange Bastelei mit Powerpoint & Co. lohnt sich meistens nicht. Ein professioneller Grafiker braucht nicht nur weniger Zeit als Sie, er wird auch fachkundig auf Ihre Bedürfnisse eingehen und kann flexibel alternative Entwürfe anbieten. Und das Ergebnis wird in den allermeisten Fällen einfach besser aussehen!

Sollte Ihnen für Ihr Corporate Design nur wenig Geld zur Verfügung stehen, dann sehen Sie sich doch auf der nächsten Visitenkartenparty um: Vielleicht gibt es dort einen Grafiker in Gründung, der Referenzprojekte braucht. Möglicherweise ergibt sich so die Gelegenheit zur Kooperation. Wer es dennoch selbst probieren möchte, sollte vor dem Druck seine Entwürfe unbedingt Freunden und Bekannten zeigen. Bitten Sie um ihre ehrliche Meinung, am besten aus dem Blickwinkel eines potentiellen Kunden: Wie ist der erste Eindruck? Welche Emotionen ruft die Gestaltung beim Betrachter hervor? Sind alle nötigen Informationen leicht zu finden?

Die wichtigsten Komponenten des Corporate Designs

Die Farben:

Ihnen werden in jedem Kulturkreis traditionell bestimmte Bedeutungen zugeordnet. Für ein stringentes Design sollte das berücksichtigt werden. Auch hier lohnt sich also der Blick auf Ihre Unternehmensziele und Kunden. Wen wollen Sie ansprechen? Welche Farben charakterisieren Ihre Firma am treffendsten? Hier ein Überblick über die traditionellen Farbcodes im mitteleuropäischen Raum:

  • Weiß: Religion, Klarheit, Reinheit oder Unschuld.
  • Schwarz, Grau: Tod, Eleganz
  • Grün: Natur, Ehrlichkeit, Wissenschaft, Freundlichkeit
  • Blau: Verstand, Sachlichkeit, Männlichkeit
  • Rot: Liebe, Emotion, Weiblichkeit, Kraft, Aggression
  • Orange: Kreativität, Unbeschwertheit, Jugend
  • Gelb: Licht, Alarm, Neid

Oft werden auch zwei Farben kombiniert, um ambivalente Wesenszüge eines Unternehmens auszudrücken. Wichtig ist: Sie müssen sich nicht zwingend an dieses Farbschema halten. Eine Ausnahme hebt sich durchaus von der Konkurrenz ab. Nur sollten Sie sich der traditionellen Farbbedeutungen bewusst sein, um Missverständnisse zu vermeiden.

Die Schriftarten

Große Konzerne lassen sich ihre Fonts von Designern entwerfen. Wem dafür das Geld fehlt, der muss sich auf die frei zugänglichen Schriftfamilien beschränken. Machen Sie eine Textprobe: welche Schrift ist konservativ, modern, schwungvoll oder nüchtern? Welche passt am besten zu Ihrem Unternehmen? Grundsätzlich sollten maximal zwei Schriftarten verwendet werden. Die Lesbarkeit ist hier das wichtigste Kriterium, aber auch der konsequente Einsatz des Fonts auf Geschäftspapieren, Flyern, Visitenkarten und der Website.

Das Logo

Es ist die Quintessenz Ihres Corporate Designs, sollte Farben, Formen und eventuell Schrift optimal vereinen und zudem einfach, wiedererkennbar und gut druckbar sein. Logodesign ist also eine hohe Kunst! Lassen Sie sich Zeit und fragen Sie am besten einen Fachmann – denn ein gutes Logo leistet Ihnen jahrelang gute Dienste.

Fazit

Der Mensch ist ein Augentier. Er schließt vom äußeren Anschein auf die inneren Eigenschaften einer Sache, eines Menschen oder eines Unternehmens. Diese Tatsache macht gutes Corporate Design zu einem wichtigen, aber auch effektiven Marketinginstrument für Existenzgründer.

3 Kommentare zu "Basiswissen Corporate Design: stilsicher und überzeugend in die Öffentlichkeit"

  1. „Orange: Kreativität, Unbeschwertheit, Jugend“ Ich habe für meinen Kunst und Design Blog aus meinen Bauch raus Braun und Orange gewählt, freut mich das ich wenigstens mit die Farbe Orange richtig gelegen habe

  2. Gerade zum Thema Schriftwahl kann ich nur empfehlen, nicht die dem Betriebssystem beiliegenden Schriften zu verwenden. Myriad oder Helvetica sind sicher noch in Ordnung. Bei Arial/Verdana hört es schon auf, einfach weil sich jeder dran satt gesehen hat, denn Arial und Verdana waren jahrelang die Standard-Schriften im Web (und sind auch eigentlich reine Bildschirmschriften). Und wenn es kein StartUp zum Thema Comics ist, sollte Comic Sans nicht verwendet werden.

    Einen schöne Schrift wirkt edel und seriös. Meine Lieblinge sind Optima und Rotis, Frutiger oder auch die DIN-Schrift. Je nachdem, ob man etwas modernes oder eher was klassisches Aussagen möchte.

    Ich empfehle auch mal auf den Webseiten der großen Schriftenhersteller Adobe und Linotype vorbeizuschauen. Gerade bei Linotype gibt Möglichkeiten sich Schriften empfehlen zu lassen, Tabellen mit den beliebtesten Schriften etc. Und bitte kauft euch die Original-Schriftart und ladet sie nicht irgendwo herunter. Sie kosten wirklich nicht die Welt.

    • Ich muss (zu meiner Schande) gestehen dass ich selbst immer noch ganz gerne mit Arial arbeite, kompatibel, extrem weit verbreitet, und vor allem gut lesbar.. Und manche Webseiten übertreiben es fast schon mit allzu „kreativen“ und einzigartigen Fonts, wenn diese zu Lasten der Nutzerfreundlichkeit gehen..

      Ansonsten aber natürlich ein berechtigter und wertvoller Hinweis, Danke hierfür.

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