Bellapetite: Neuer eShop spezialisiert sich auf elegante Mode für kleine Frauen

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„Global sind wir kleinen Frauen in der Mehrheit“. Das sagt Lore Burg, Inhaberin des StartUps Bellapetite aus Köln. Ihr Onlineshop hat sich auf Businessmode für kleine Frauen unter 1,65 Meter Körpergröße spezialisiert. Damit füllt Sie eine Marktlücke, und das mit einem äußerst schön gestalteten Portal. MeinStartup.com im Interview mit der Gründerin:

Frau Burg, Businessmode für kleine Damen in einem speziellen Onlineshop anzubieten, wie sind sie auf dieses tolle Konzept gekommen?

Bei meinem Besuch in San Francisco Anfang 2011 entdeckte ich dort in vielen Modeläden eigene Abteilungen mit Mode für kleine Frauen. Da ich selbst nur 1,59 Meter groß bin, konnte ich endlich Bekleidung kaufen, die auf Anhieb passt. Ich selbst arbeite schon seit vielen Jahren in der Bekleidungsindustrie und weiß, dass diese nach einheitlichen Maßvorgaben der deutschen Durchschnittsfrau fertigt. Und die ist nun mal 1,67 Meter groß.

„Während es bei Übergrößen mittlerweile ein großes Angebot gibt, wird die kleine Frau konsequent ignoriert“, so Ihre Aussage. Was meinen Sie, warum hat noch niemand diese Marktlücke für sich entdeckt?

Ja das habe ich mich natürlich auch gefragt, und es gibt mir eine große Chance, diesen Markt zu bedienen. Kleine Frauen können im Vergleich zu Frauen mit Übergrößen ihre Bekleidung zum Schneider bringen, die Ärmel umschlagen etc.. Mollige oder zu große Personen können dies nicht. So sah man hier vielleicht keinen Sinn. Außerdem ist die Fertigung der Bekleidung in den letzten Jahren auf kleine Stückzahlen zurückgegangen. Und nun diese Stückzahlen auch noch in Kurzgrößen zu produzieren, schien für viele Marken nicht interessant oder nicht machbar.

Es ist sicherlich nicht ganz einfach, an passende und dennoch schicke Kleidungsstücke für Frauen um die 1,60 Meter und kleiner zu gelangen. Wie finden Sie die passenden Lieferanten? Und welche Rolle spielt dabei die Qualität sowie eine möglichst nachhaltige Herstellung?

Beim Besuch der einschlägigen Modemessen stellte ich sehr schnell fest, dass ich die Ware nicht gleich dort ordern konnte. Ich fand in Italien eine kleine Modemarke, die bereit war Teile aus ihrer Kollektion so zu ändern, so dass sie kleinen Frauen passt. Da ich selbst Schnittdirectrice und Qualitätsmanagerin für Textil bin, so weiß ich genau, auf was man achten muss. Den großen Teil der Kollektion lasse ich aber speziell hier in Europa fertigen, habe die Schnitte selbst erstellt und achte hierbei sehr auf eine hochwertige und gute Verarbeitung.

So ist es mir auch wichtig die Ware in Europa herstellen zu lassen. Gerne würde ich dies auch nur in Deutschland tun, aber leider fehlen hierbei geeignete Betriebe, die solche Aufträge übernehmen können. Da ich selbst seit mehr als 25 Jahren in der Bekleidungsindustrie arbeite, habe ich den Aufbruch nach Asien miterlebt und viele schlechte Ware beurteilen müssen. So war mir sofort klar, dass ich von dort keine Ware einkaufen werde.

Wie reagiert Ihre Zielgruppe auf bellapetite.de? Viele sind sicherlich begeistert, oder mögen es manche Frauen nicht, dass ihre Größe hierdurch vielleicht noch mehr in den Vordergrund rückt?

Die Resonanz sowohl am Telefon oder auch per E-Mail ist sehr positiv. Wir kleinen Frauen machen uns ja auch gerne klein und viele sind begeistert, haben seit vielen Jahren verzweifelt nach passender Mode gesucht und sind nun glücklich, ein bezahlbares Kleid zu bekommen, das nicht geändert werden muss und ihre Figur positiv in Szene setzt.

Ihren persönlichen Traum – ein Label für kleine Frauen zu gründen – konnten Sie erst durch das Internet verwirklichen. Warum? Was alles macht dieses Medium einfacher?

Es werden ein Vielzahl an leicht zu bedienenden Shopsystemen angeboten und ich kann über das Internet ein viel größere Anzahl an Frauen erreichen, besonders auch in ländlichen Gebieten. Man sollte aber die Kosten nicht unterschätzen.

Waren Sie zuvor bereits selbstständig, oder war dies Ihr erster Sprung in das selbstbestimmte Arbeiten? Was waren bei diesem Schritt die größten Herausforderungen, und wie konnten Sie diese meistern?

Ich habe bereits 10 Jahre freiberuflich als Qualitätsmanagerin gearbeitet. Dort habe ich aber keine großen Investitionen tätigen müssen. Nun musste ich doch eine größere Summe in die Hand nehmen, was einen nicht immer ruhig schlafen lässt. Alle anderen Punkte waren nicht schwer. Meine Berufserfahrung in der Bekleidungsindustrie hat mir sehr viel Sicherheit gegeben. Auch die Nutzung des Internets und Nutzung von verschiedenen wichtigen Programmen macht mir sehr viel Spaß und spornt mich eher an.

Existenzgründungen sind derzeit deutlich rückläufig. Was meinen Sie, wie könnten Gründer in Spe besser gefördert und motiviert werden?

Ich bin eigentlich ausreichend gefördert worden, sowohl vom Arbeitsamt, als auch von den Banken, aber es sind schon Hürden die man überwinden muss, die viele vielleicht abschrecken. Respekt habe ich immer noch vor den steuerlichen Themen, hier fühlt man sich oft ein wenig alleine gelassen. Als Existenzgründer hat man nicht unbedingt die Mittel, sofort einen Steuerberater zu beauftragen.

Was sind Ihre weiteren Pläne mit bellapetite.de, wo möchten Sie in einem Jahr stehen?

Es wäre auf jeden Fall schön, wenn ich auch ein Ladenlokal in Köln eröffnen könnte, so dass Kunden die nicht so gerne Online einkaufen ebenfalls beraten werden könnten. Ich möchte das Sortiment erweitern, insbesondere Sportbekleidung und auch Outdoorartikel sollen dazukommen.

Sind Sie noch auf der Suche nach Kooperationspartnern, Lieferanten, Mitarbeitern etc., und wer kann sich bei Ihnen melden?

Mitarbeiter kann ich zur Zeit leider noch keine einstellen. Ich suche aber dringende einen Denimhersteller, der Jeans in 28inch oder kürzer herstellt. Außerdem suche ich noch Schuhhersteller, die wirklich schicke Schuhe in Schuhgröße 34 anbieten.

1 Kommentar zu "Bellapetite: Neuer eShop spezialisiert sich auf elegante Mode für kleine Frauen"

  1. Doris-Karin Hüntemann | 27. Juni 2013 um 11:04 | Antworten

    Ihre Idee finde ich super gut. Ich habe vielleicht die Möglichkeit, einen Laden in Konstanz in nicht unattraktiver Lage zu kaufen. Ich bin seit März diesen Jahres arbeitslos geworden. Ich war GF-Assistentin in einem pharmazeutischen Unternehmen. Aus diesem Grund und aufgrund meines Alters (50), wo man leider heute schon „alt“ ist, habe ich mich mit dem Gedanken der Selbständigkeit auseinandergesetzt.
    In meinem Bekanntenkreis gibt es viele, die es bemängeln, dass sie keinen Laden mit „großen“ Größen gibt. Sicher hat man in den Kaufhäusern auch die Möglichkeit, z.B. XXL-Größen zu kaufen. Aber die Auwahl ist sehr mager und nicht gerade schön. Vielleicht können Sie mir hier einen Tipp geben. LG Doris Hüntemann

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