Firmengründung in Krisenzeiten – Welche Chancen und Risiken bieten sich dir?

Existenzgründung in der Krise

Viele Menschen überdenken in Krisenzeiten, insbesondere während der derzeitigen Corona-Krise, inwiefern sie sich durch eine selbstständige Unternehmung gegen allgemeine Risiken absichern können und vielleicht sogar ein alternatives Arbeitsmodell für sich entwickeln.

Die Gründe für dich, über ein Leben als Selbstständiger nachzudenken, können vielfältig sein.

Ob du gerade erst ein Studium oder eine Ausbildung abgeschlossen hast oder bereits über ausreichend Berufserfahrung verfügst – das Lebensmodell war zu allen Zeiten und bleibt auch weiterhin attraktiv.

Wichtiger als dein individueller Antrieb sind aber die Rahmenbedingungen, mit denen sich Firmengründer heutzutage auseinandersetzen müssen. 

Erste Schritte in der Gründungsphase: 

Es gilt daher auszuloten, inwiefern du grundsätzlich überhaupt in der Lage bist, ein Unternehmen zu gründen und zu führen. Den Grundpfeiler dessen bildet die Geschäftsidee, die die Möglichkeiten bestimmt, in einer bestimmten Branche oder einem speziellen Geschäftsfeld überhaupt Profit zu erwirtschaften.

Nur ein kluges Geschäftskonzept, das im besten Falle ein neuartiges Produkt oder eine spezielle Dienstleistung beinhaltet, kann Erfolg garantieren. 

Die ersten Schritte in Richtung Gründertum sollten also durch einen Businessplan gelenkt werden. 

Neben dem notwendigen Know-how, also den Hard Skills, über die ein Firmengründer in dem jeweiligen Berufsfeld verfügen sollte, in dem er arbeiten möchte, spielen selbstverständlich auch weniger greifbare Eigenschaften, die Soft Skills eine Rolle. Gerade wenn es um die Zusammenstellung und Führung eines Teams geht, das die Vision des Chefs teilen und verwirklichen helfen soll, sind diese von unschätzbarem Wert. 

In diesem Zusammenhang solltest du dich auch mit Gedanken und Erfahrungen anderer Gründer auseinandersetzen, die bereits erste Schritte unternommen haben und dir wertvolle Tipps geben können. Auch Online-Plattformen bilden eine gute Möglichkeit, um sich auszutauschen und gezielt an bestimmten Eigenschaften und Fähigkeiten zu arbeiten. Über wichtige Tools, die dir bei der Gründung helfen, kannst du dich beispielsweise hier informieren

Nebenberufliche oder hauptberufliche Selbstständigkeit: 

Zusätzlich zu diesen sehr grundlegenden Gedankengängen solltest du dich auch mit den rechtlichen Voraussetzungen beschäftigen. Zuerst gilt es zu definieren, wie die Selbstständigkeit im Detail von dir gestaltet wird.

Wenn es dir in erster Linie darum geht, ein zweites Standbein neben dem Beruf aufbauen zu wollen, kannst du dich mit den Vorteilen intensiver beschäftigen, die die Nebenberuflichkeit mit sich bringt. Gerade in Steuerfragen lassen sich hier nämlich Kosten einsparen. 

Eine nebenberufliche Tätigkeit liegt vor, wenn: 

  • Zusätzlich zur ersten Erwerbstätigkeit eine zweite, selbstständige Erwerbstätigkeit aufgenommen wird, die in Teilzeit erbracht wird. 
  • Die Einkünfte aus der Nebenerwerbsselbstständigkeit weniger als die Hälfte zum Gesamteinkommen der jeweiligen Person beitragen.
  • Eine Gewinnerzielungsabsicht aus der zweiten, selbstständigen Erwerbstätigkeit besteht.

Die Möglichkeit der Nebenberuflichkeit solltest du auch in deine Pläne einbeziehen, wenn es darum geht, einen Budgetplan auszuarbeiten, der das Startkapital in seiner Gesamtheit analysiert, das du für die Gründung bereitstellen oder erwerben musst. 

Erwerb von Startkapital: 

Wenn du von Hause aus nicht über die Rücklagen verfügst, die deine Unternehmung verlangt, gilt es, Geldgeber zu finden. Hier offenbaren sich die ersten Schwierigkeiten, die sich speziell während der Corona-Krise bemerkbar machen.

Durch die Krise sind Startup-Investoren nämlich vorsichtiger geworden. Obwohl Investoren nach wie vor Pitches akzeptieren und die meisten auch offen kommunizieren, dass die Krise keinen Einfluss auf ihre Geschäftspraktiken in dieser Hinsicht ausübt, kommen doch Zweifel auf, was die Validität dieser Zusicherungen betrifft. 

Wenige Investoren können nämlich befriedigende Antworten auf die Frage geben, wann sie das letzte Mal in ein Startup investiert haben. Viele werden vermutlich trotz widersprüchlicher Aussagen das Ende der Krise abwarten, bevor sie weitere, mitunter riskante Investitionen tätigen.

Daher solltest auch du gegebenenfalls abwarten, wenn du bis dato noch keine Zusicherungen erhalten hast. 

Krisenfeste Geschäftskonzepte: 

Hast du allerdings eine sichere Geldquelle gefunden, die dir langfristig ein gewisses Grundkapital bereitstellt, solltest du dein Geschäftskonzept daraufhin untersuchen, ob es krisenfest ist oder im besten Falle sogar von der Krise profitieren kann.

Denn niemand weiß genau, wie lang die Beschränkungen der Bundesregierung, die viele Teile des öffentlichen- und Arbeitslebens betreffen, aufrecht erhalten werden.

Felder wie die Gastronomie und Automobilbranche werden beispielsweise in kaum bestimmbarem Maße von der momentanen Krise geschädigt. Lieferservices wie Amazon, Zalando o. Ä. profitieren dagegen, da sie sich darauf spezialisiert haben, Kunden zu Hause zu beliefern und es in Zeiten der staatlich verordneten häuslichen Isolation und den daraus resultierenden Ladenschließungen keine andere Möglichkeit mehr gibt, einzukaufen.

Um zusätzliche Inspirationen für eigene Startup-Ideen zu erhalten, lohnt es sich für dich auch, einen Blick auf Geschäftsfelder zu werfen, in denen Unternehmen ihre Konzepte sehr direkt an die Bedürfnisse der Krise angepasst haben

  • Alternative zu Toilettenpapier: Durch die krisenbedingten Engpässe bei der Belieferung mit Toilettenpapier inspiriert, hat das Startup Happypo eine tragbare Podusche entwickelt. Durch die Bereitstellung einer Alternative zum Toilettenpapier konnte das Unternehmen seinen Umsatz seit seiner Gründung versiebenfachen. 
  • Materialien für Lehrer und Schüler: Auf Lehrermarktplatz.de können Pädagogen Unterrichtsmaterialien hochladen und austauschen. Gerade im Rahmen der wochenlangen Schulschließungen gewinnt diese Möglichkeit an Wichtigkeit, da sich Lehrer und Lehrerinnen aktiv auf die Zeit danach vorbereiten. Auch die App Sharezone für Schüler verzeichnet seit Kurzem rasant steigende Downloadzahlen, da sie Schülern die Möglichkeit bietet, Unterrichtseinheiten zu verwalten und Hausaufgaben hochzuladen. 
  • Sexting-Apps: Eine pikante Einnahmequelle bieten Sexting-Apps über die sich User austauschen können. Auch diese Branche floriert in Krisenzeiten, da viele Menschen sich isoliert und möglicherweise einsam fühlen – daher suchen sie Kontakt über Online-Chats, um sexuelle Wünsche und Phantasien auszuleben. 

Fazit: 

Auch in Corona-Zeiten lassen sich also Einnahmequellen generieren und obwohl Firmengründer zusätzliche Hürden zu überwinden haben, kann sich der Aufwand durchaus lohnen, hat man ein lohnendes Geschäftskonzept entwickelt.

In jedem Falle solltest du die Umsetzung deiner Ideen selbstverständlich nicht übereilen, sondern dich genau und intensiv mit den Rahmenbedingungen und Voraussetzungen beschäftigen, bevor du den Schritt in die Selbstständigkeit unternimmst. 

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