Innovationstreiber PHANTOMINDS – neue Impulse, um neue Wege zu gehen

Innovationstreiber Phantominds

PHANTOMINDS entwickelt neue Produkte, Dienstleistungen und Geschäftsmodelle via seiner Crowdsourcing Innovation Web-Community. Um neue Impulse zu erhalten, setzen sie auf das kreative Potential der Gemeinschaft. MeinStartup.com hat Alexander Peter, einen der beiden Gründer zu der doch eher ungewöhnlichen Innovationsmethode befragt.

Alex, kurz und knapp: Pitche Deine Geschäftsidee?

Wir wollen die klassische Unternehmensberatung revolutionieren.

Traditionelle Innovationsprozesse sind zu langsam und nicht zielgerichtet genug für die Herausforderungen, die der digitale Wandel und die Globalisierung mit sich bringen. Und bei aktuellen Produkt-Flop-Raten von 70-90% brauchen Unternehmen umsetzbare Innovationen.

Neue Produkte, Geschäftsmodelle oder Services, um ihre Zukunft über kurz oder lang zu sichern. Mit unserer Online-Plattform setzen mein Mitgründer Mirko Bendig und ich auf das kreative Potenzial der eigenen Web-Community von zurzeit 4.500 Mitgliedern.

Innovationen werden künftig nicht mehr im Unternehmen selbst, sondern über „externe Experten“ online entwickelt werden. Über unser Ergänzungsprodukt ein „automatisiertes Screening“ bewegen wir zudem gezielt Trendsetter und Experten zum Mitmachen.

Was genau war der Auslöser für den Start in ein eigenes Business?

Mein Mitgründer Mirko und ich haben beide schon länger davon gesprochen „eigentlich müssten wir selbst etwas machen“.

Die Idee von PhantoMinds war auch nicht die erste Gründungsidee, die wir diskutiert haben. Allerdings die erste, die etwas Magisches hatte und wir immer wieder darüber gesprochen haben.

Mirko war auf das Crowdsourcing-Phänomen gestoßen ist. Die Kunden von Anfang an in die Entwicklung von Lösungen und Innovationen einzubinden, fanden wir spannend.

Deshalb ja auch unsere Vision „Innovations People Love“. Angebote entwickeln die Kunden wirklich haben und auch kaufen wollen. Und dann haben wir alles auf eine Karte gesetzt und die Software für unser Crowdsourcing-Angebot entwickelt.

Was macht das Geschäftsmodell einzigartig – was ist der USP?

Es sind zwei Punkte, die uns von anderen unterscheiden. Zum einen haben wir eine Software entwickelt die es uns ermöglicht, die Community je nach Projekt passgenauer zu gestalten.

Das Tool identifiziert geeignete Trendsetter und Experten im Netz, sodass wir diese zielgerichtet zum Mitmachen einladen können. Wir gehen mit PhantoMinds allerdings nicht nur mit einem Screening-Tool, sondern auch bei den bisher auf dem Markt bekannten Anreizsystemen einen Schritt weiter.

Während bislang häufig mit rein monetär ausgerichteten Systemen gearbeitet wird, setzen wir nach wissenschaftlichen Experimenten auf andere Ansätze wie Anerkennung durch die Community und dem Unternehmen, sowie auch Reputation und den Aufbau von Referenzen.

D. h. engagiert sich ein Communitymitglied besonders, kann er oder sie beispielsweise ein Level „aufsteigen“. Dieses Einbringen spieltypischer Elemente in unser System bietet ein ungewöhnliches Anreizsystem und hohen, motivatorischen Effekt. Unser Ziel ist es, eine neue Form einer kollaborativen Innovationskultur, die so bislang nicht existiert, zu schaffen.

Wo siehst Du die Zielgruppe bzw. wer sind die Wunschkunden?

Unser Produktportfolio ist für Unternehmen interessant, die nicht nur in den Dialog mit ihren Kunden treten wollen, sondern sie auch von Anfang an in den Prozess einbinden wollen. Das Unternehmen muss sich darauf einlassen können, den eigenen Kunde und Wunschkunden zu fokussieren.

Zu unserer expliziten Zielgruppe gehören theoretisch alle Unternehmen, die vor Herausforderungen des digitalen Wandels stehen. Diese sind zurzeit vor allem neben der Tourismusbranche, Banken die mit Ideen aus der Fintech-Szene konfrontiert sind oder Mobilitätsanbieter.

Es ist aber auch nicht eine Frage der Unternehmensgröße. Z.B. ist unsere Produktstrategie auf ein attraktives Preis-Leistungsverhältnis ausgelegt, so dass auch kleine Unternehmen und der Mittelstand den Zugang zu wichtigen existentiellen Innovationen haben können.

Wie sieht es mit der Einnahmeseite aus – auf welchen Weg werden Geldrückflüsse erzielt?

Wir haben PhantoMinds erstes Gründungsjahr durch eigene Mittel finanziert. In 2015 konnten wir mit unserem Geschäftsmodell gleich zwei Förderprogramme überzeugen, uns zu fördern.

Das eine ist „InnoRampUp“ von der Innovationsstarterfonds GmbH, der Stadt Hamburg und das andere „SpeedUp! Europe” ein europäischen Start-up Accelerator Programm. Parallel haben wir seit dem Launch unserer Plattform natürlich auch Einnahmen durch unsere Produkte.

Für dieses Jahr haben wir noch das Ziel einen Investor mit ins Boot zu holen, um noch mehr Kraft in die Weiterentwicklung unserer Software zu setzen.

Welche Werbe- bzw. PR-Aktion hat bis dato für den größten Bekanntheitsschub gesorgt?

Bis heute haben wir durch einen im Sommer 2015 erschienen Artikel in der t3n an Bekanntheit gewonnen. Regional gerade in Hamburg durch unsere Challenge mit der Hamburger Hochbahn AG und dadurch verbundene Presse (Die Welt und Hamburger Abendblatt) und Social Media Aktivitäten.

Welche Vision verfolgst Du und welche Schlagzeile würdest Du gern mal über das Unternehmen lesen?

Unsere Vision ist es schlanke, schnelle Innovationsprozesse für Unternehmen jeglicher Art und Größe zur Verfügung zu stellen und damit „Innovations People Love“ zu schaffen.

Parallel wünsche ich mir, dass das Thema Crowdworking nicht verteufelt wird, sondern positiv für beide Seiten gesehen wird.

Die Schlagzeile in der Richtung, dass ein Unternehmen durch unseren Innovationsprozess Produkte mit Mehrwert für Kunden gefunden und auch umgesetzt hat. Das wäre der Hammer. Das würde heißen, wir hätten es geschafft, unsere Vision umzusetzen.

Auf welche 3 Tools/Apps kannst Du bei der täglichen Arbeit keinesfalls verzichten und warum?

Mein Mailprogramm, sublimetext (editor) zum Programmieren, Spotify für meine Musik und eine Kaffeemaschine, ohne die ich morgens nicht ansprechbar wäre.

PHANTOMINDS Gründerduo

Die beiden PHANTOMINDS Gründer, Alexander Peter (vorn) & Dr. Mirko Bendig

Was bedeutet für Dich persönlich Erfolg – worauf kommt es wirklich an?

Für mich persönlich kommt es darauf an Freunde, Familie, Job und mich selber unter einen Hut zu kriegen.

Der erfolgreichste Moment bei PhantoMinds war, dass wirklich 12 Menschen inkl. Vorstand eines großen Unternehmens in unseren 10 qm kleinen Startup Besprechungsraum passen und unser Konzept so gut finden, dass sie 2 Stunden auf Hockern sitzend mit uns zusammenarbeiten.

Das macht dann Spaß. Persönlich bleibe ich immer authentisch und weiß genau, wo ich her komme. Als gebürtiger Bochumer bleibt man bodenständig und übt sich in Demut (okay – nicht beim Fußball. Aber wie sagt man: Auch Schalke iss heilbar).

Welchen Fehler würdest Du aus der eigenen Erfahrung heraus jungen Gründern ersparen?

Wir haben bisher nicht den einen Fehler gemacht. Ich würde nur jedem mit dem Wunsch etwas Eigenes zu gründen empfehlen, nicht zu lange im stillen Kämmerlein zu sitzen und an der eigenen Idee zu basteln.

Geht raus und sprecht mit echten potentiellen Kunden. Nur Kunden geben dir ehrliches Feedback und bringen dich dazu, dein Produkt so weiter zu drehen, dass es gekauft wird. Habt bloß keine Angst kopiert zu werden.

Welche Frage sollte sich eine Gründerin bzw. ein Gründer mindestens einmal gestellt haben?

Will ich das wirklich machen? Denn das heißt durchhalten bei allen Aufgaben die anfallen und mit allen Konsequenzen. Ich hatte mir nie vorgestellt, dass ich mich als Gründer so viel mit Finanzen beschäftigen muss.

Aber ich würde wirklich sagen, dass gefühlt 90% des Tages aus Arbeit bestehen, auf die ich keine Lust habe. Meistens sind das irgendwelche Probleme, die ich schnell und unkompliziert lösen muss.

Die verbleibenden 10% sieht man als Außenstehender und denkt sich immer: Das muss doch Spaß machen, eine eigene Firma zu gründen. Aber es ist nicht immer alles Gold, was glänzt.

Aber manchmal sind es eben diese 10%, die dich zur Höchstleistung antreiben und dich die 90% Frustration vergessen lassen. Klingt komisch, ist aber so.

Mit welchen drei Worten würdest Du dich selbst beschreiben?

Begeisterungsfähig, kommunikationsstark, Faultierliebhaber und Nachtmensch (vor 10 Uhr bin ich nicht im Büro, vor 11 Uhr schwer ansprechbar). Und wenn dann der Kaffee auch noch leer ist, dann wird es für meine Kollegen ein anstrengender Tag.

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