Millionen Euro an Fördermitteln bleiben jedes Jahr ungenutzt – weil kaum ein Gründer wirklich weiß, welche Programme existieren, welche zu einem passen und wie man sie erfolgreich beantragt. Christopher Hilgert hat dieses Problem persönlich erlebt. Seine Antwort darauf: Agonius.
Im Gründerinterview spricht er über den Aufbau der Fördermittelplattform, die Kombination aus KI und persönlicher Beratung, den Wert von Feedback – und drei Tools, ohne die sein Alltag nicht funktioniert.
💡 Hintergrund: Das Fördermittel-Problem in Deutschland
Allein der Bund vergibt jährlich Millionen Euro an Zuschüssen, zinsgünstigen Darlehen und Bürgschaften für Unternehmen. Hinzu kommen EU-Mittel und Länderprogramme. Ein Großteil wird nicht beantragt – wegen fehlender Übersicht, zu hohem Aufwand und mangelnder Beratung.
Agonius will genau das ändern: strukturiertes Matching, priorisiert nach realistischer Erfolgschance.
Das Interview
01
Christopher, pitche Agonius in zwei Sätzen.
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Christopher: Agonius ist eine KI-gestützte Fördermittelplattform mit persönlicher Beratung für Startups und KMU, die Förderprogramme strukturiert mit Unternehmen matcht und nach realistischen Erfolgschancen rankt. Wir decken den gesamten Prozess ab – von der Suche bis zur Abwicklung nach Erhalt der Förderung.
02
Was war der Auslöser – warum habt ihr das gebaut?
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Christopher: Zu sehen, dass viele Startups und Unternehmen Chancen auf Förderungen nicht nutzen können – und gleichzeitig so wenig Support von staatlicher Seite da ist – hat uns sehr frustriert. Daraus ist Agonius entstanden. Wir wollen es so einfach wie möglich machen, die wirklich passenden Förderungen zu finden und erfolgreich zu beantragen.
„Aus Frustration entsteht manchmal das Beste. Wir haben das Problem selbst erlebt – und dann beschlossen, es zu lösen.“
— Christopher Hilgert, Gründer Agonius
03
Was macht Agonius gegenüber anderen Plattformen einzigartig?
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Christopher: Wir arbeiten daran, alle Aspekte von Förderungen abzudecken – von der effizienten Suche über das Finden von Partnern für Verbund-Förderungen bis zur fachlich begleiteten Antragstellung und dem Mittelabruf. Damit grenzen wir uns von Einzellösungen ab. Andere bieten Datenbankzugang. Wir bieten ein Gesamtpaket von A bis Z.
04
Wer sind eure Wunschkunden – und wen habt ihr bislang noch nicht erreicht?
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Christopher: Wir arbeiten zurzeit vor allem mit Gründern, Startups und Scaleups zusammen und erweitern unsere Kontakte gerade um Mittelständler und Universitäten. Der Mittelstand ist ein riesiges, noch weitgehend unerschlossenes Segment – da liegt enormes Potenzial, weil die Betriebe oft weder Zeit noch interne Ressourcen haben, um sich durch Förderdatenbanken zu kämpfen.
Agonius
— Auf einen Blick
Vorlaufzeit
1,5 Jahre
Plattform von Scratch aufgebaut
Investment
30k €
Bisher investiert
Basisversion
Frei
Kostenlos nutzbar
Zielgruppe
KMU
Startups, Scaleups, Mittelstand
05
30.000 Euro Eigeninvestment, 1,5 Jahre Aufbau – wie finanziert ihr euch heute?
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Christopher: Die Basisversion der Plattform ist kostenlos – KI-gestützte Suche, individualisierte Förderdatenbank, personalisierte Updates zu neuen Programmen. Erweiterte Features wie der individuelle „Förder-Fahrplan“ kann man einzeln dazu buchen. Getragen werden wir aktuell aber vor allem durch die Beratung bei der Antragstellung – das ist der Teil, bei dem es für unsere Kunden wirklich ernst wird.
06
Welche Wachstums-Maßnahme hat bisher am meisten gebracht?
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Christopher: Die größte Bekanntheit bekommen wir durch Veranstaltungen – als Gast oder wenn wir selbst pitchen. Dazu kommen SEO und SEA über die Website. Aber das Wichtigste im B2B bleibt das persönliche Netzwerk und persönliche Empfehlungen. Alles baut auf Vertrauen auf – und Vertrauen entsteht durch Gespräche, nicht durch Banner.
„Im B2B-Geschäft baut alles auf Vertrauen auf – und Vertrauen entsteht durch Gespräche, nicht durch Werbebanner.“
— Christopher Hilgert, Gründer Agonius
07
Was ist eure langfristige Vision für Agonius?
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Christopher: Wir wollen die Plattform als zentrale Anlaufstelle für Fördermittel etablieren – vom initialen Suchen über datenbasierten Vergleich und Priorisierung bis zur fachlich begleiteten Antragstellung und dem Mittelabruf. Die Wunsch-Schlagzeile, die wir eines Tages lesen wollen: „Agonius ist DIE Plattform für alles rund um das Thema Förderung.“
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Was bedeutet für dich persönlich Erfolg?
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Christopher: Wenn ich anderen helfen kann. Wir haben am Anfang selbst sehr viel Unterstützung bekommen – und wenn ich jetzt mein Wissen und mein Netzwerk anderen zugänglich machen kann, damit sie erfolgreich werden, dann ist das für mich Erfolg. Umsatz ist ein Mittel. Wirkung ist das Ziel.
…
09
Welchen Fehler würdest du anderen Gründern ersparen?
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Christopher: Zu denken: „Meine Idee könnte ja geklaut werden.“ Wer das denkt, spricht nicht mit anderen – und wer nicht mit anderen spricht, bekommt kein Feedback. Ohne Feedback kann man kein erfolgreiches Produkt aufbauen. Geht raus und holt euch so viel Feedback wie möglich. Damit schärft ihr eure Idee. Euer Vorsprung liegt nicht in der Geheimhaltung, sondern in der Umsetzung.
10
Welche eine Frage sollte sich jeder Gründer mindestens einmal gestellt haben?
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Christopher: „Für welches Problem ist mein Kunde wirklich bereit, etwas zu bezahlen?“ Nicht: Was kann ich bauen? Sondern: Was braucht jemand so dringend, dass er dafür Geld ausgibt? Diese eine Frage schärft alles.
3 Dinge, die du von Christopher mitnehmen kannst
1
Frustration ist ein Businessplan
Agonius entstand nicht aus einer Marktanalyse, sondern aus echtem Ärger über ein unübersichtliches System. Wer selbst betroffen ist, kennt das Problem – mehr als jeder Berater.
2
Teile deine Idee – bevor sie perfekt ist
Die größte Wachstumsbremse für Gründer ist Geheimniskrämerei. Feedback formt Produkte. Wer zu früh schweigt, entwickelt an der Realität vorbei.
3
Vertrauen ist das B2B-Produkt
Im Fördermittelgeschäft kaufen Kunden keine Software – sie kaufen Sicherheit. Persönliche Empfehlungen und Netzwerk schlagen jede Kampagne.
Der Fehler, den er anderen ersparen will
Was Christopher Hilgert gebaut hat, ist kein Startup-Gadget. Es ist eine Antwort auf ein strukturelles Problem: Geld ist da, aber der Weg dahin ist für die meisten Gründer zu unübersichtlich, zu aufwändig, zu frustrierend.
KI macht den Unterschied – nicht als Hype, sondern als Werkzeug: Matching nach Erfolgschance, automatisierte Updates, datenbasierte Priorisierung. Der Rest bleibt menschlich: persönliche Beratung, echtes Netzwerk, Vertrauen.
Du willst wissen, welche Förderungen zu deinem Startup passen?