Mobile Marketing mit Apps – Eine unkonventionelle Methode für StartUps

Ein Gastbeitrag von Thomas Klußmann, Gründer.de.

Mobiles Marketing setzt sich in den letzten Monaten immer mehr durch und mobile Geräte wie das iPhone oder das iPad machen diese neue „mobile Revolution“ möglich.

Durch kleine Programme oder sogenannte Apps, die auf den Geräten installiert werden, ist es kein Problem mehr, auf eine eher unkonventionelle Art und Weise indirekt Werbung für das eigene Unternehmen zu machen und die Kundenbindung zu stärken.

Die Entwicklung einer eigenen App bietet insbesondere StartUps die Möglichkeit, frühzeitig auf sich aufmerksam zu machen und eine hohe Kundenbindung zu erreichen. Der Marketing-Nutzen für das Unternehmen ist umso höher, je größer der Mehrwert für den App-User ist. Erwähnenswert ist an dieser Stelle beispielsweise das StartUp myTaxi.net, das mit seiner App sehr erfolgreich ist, da es seinen Kunden einen sehr großen Mehrwert bietet und den Taxi-Service quasi revolutioniert hat.

Im diesem Beitrag möchte ich aufzeigen, warum StartUps nicht mehr auf eine eigene App verzichten dürfen und was bei der Entwicklung bzw. Vermarktung beachtet werden sollte.

Der App-Markt boomt

Wie Apple am 17. Oktober 2011 bekannt gab, wurden innerhalb von nur drei Tagen nach dem Verkaufsstart des iPhone 4S am 14.Oktober 2011 mehr als 4 Millionen Geräte verkauft. Kein anderes Smartphone hat das bisher erreicht. Vom iPhone 4S wurden in den ersten 3 Tagen sogar mehr als doppelt so viele Geräte verkauft als vom Vorgängermodel iPhone 4 im gleichen Zeitraum. Insgesamt wurden bisher sogar schon über 180 Millionen iPhones abgesetzt (Stand Januar 2012).

Was hieran aber besonders interessant ist, ist dass bisher über 25 Milliarden Apps aus dem App Store heruntergeladen wurden und auch weiterhin über 1 Milliarde Apps pro Monat aus dem Netz „gesaugt“ werden. Außerdem haben Studien ergeben, dass Smartphones mit ihren Möglichkeiten der Kommunikation und Unterhaltung zu einem unverzichtbaren Grundbedürfnis für ihre Besitzer geworden sind.

Es ist auch in der Zukunft davon auszugehen, dass der Smartphone-Markt wachsen wird, denn viele Menschen besitzen noch gar kein Smartphone. Und wenn der Smartphone-Absatz steigt, so werden auch automatisch mehr Apps nachgefragt.

Geringe Kosten im Vergleich zum StartUp

Wenn man bedenkt, welche Kosten ein StartUp verursacht und welchem Risiko man dabei ausgesetzt ist, so steht dies in keinem Verhältnis zu einem Start im „App-Business“. Man muss sich nicht mal selbst mit der Programmierung der App beschäftigen, denn zahlreiche Programmierer bieten ihre Programmierdienste relativ günstig an und leisten im Gegenzug hochprofessionelle Arbeit. Ihre Aufgabe ist dann nur noch, die App richtig zu vermarkten.

Die Kosten für die Programmierung einer App können je nach App und Programmieraufwand zwischen 400€ und 22.000€ liegen. Natürlich gibt es keine Grenze nach oben. Daher sollten Sie a mit dem Programmierer einen Fixpreis bzw. Pauschalpreis vereinbaren, der alle Kosten für Programmierung, App-Testung usw. beinhaltet.

Wenn Sie der Meinung sind, dass auch das noch ein zu großes Risiko für Sie mit sich bringt, können Sie sich auf der Webseite MEDLmobile.com registrieren und Ihre App-Idee einreichen. Sollte Ihre Idee Potential haben, wird MEDL Mobile die App entwickeln und Sie mit 25% am Gewinn beteiligen. Diese Möglichkeit ist jedoch nur dann sinnvoll, wenn Ihre App kostenpflichtig ist.

5 Faktoren für eine erfolgreiche App

  1. Originalität: Ideal wäre es, wenn Ihre Idee als App noch gar nicht umgesetzt wurde. Nur sehr selten sind Nachahmer erfolgreicher als das Original. Je mehr Ihre Idee schon veröffentlichten Apps gleicht, umso schwieriger wird die Vermarktung. Eventuell wird Ihre App sogar von Apple aufgrund zu hoher Ähnlichkeit abgelehnt.
  2. Einfachheit: Je einfacher Ihre Grundidee, umso größer die Chance auf Erfolg. Wenn Ihre Idee einen Fünfjährigen genauso fasziniert wie einen Achtzigjährigen, dann liegen sie absolut richtig.
  3. Spaßfaktor: Jeder möchte Spaß haben. Sorgen Sie also dafür, dass Ihre App einen länger anhaltenden Spaßfaktor bietet.
  4. Funktionalität: Hier sind einerseits die technische Funktionalität und andererseits auch die inhaltliche Funktion gemeint. Erweitern Sie durch Ihre App die Funktionen des iPhone oder iPad (z.B. die GPS-Funktion für eine Notfall-App bei Lawinen oder Bergunfällen), wobei Ihre App-Idee einen hohen Mehrwert bieten sollte. Stellen Sie sich die Frage, ob man Ihre App wirklich braucht bzw. ob die Menschen Ihre App auch tatsächlich nutzen werden. Kümmern Sie sich um das Bedürfnis Ihrer Nutzer.
  5. Monetarisierung der App: Hier sollten Sie sich überlegen, ob Ihre App kostenlos angeboten wird oder ob Sie einen angemessenen Betrag für die App ansetzen. Eine kostenpflichtige App wäre aber (vor allem am Anfang) nicht zu empfehlen, da die Gruppe der Interessenten so eingeschränkt werden würde. Eine bessere Alternative wäre eine kostenlose Basisvariante und eine kostenpflichtige Premium-Version, sodass sich Nutzer erst einmal überzeugen können, bevor sie Geld ausgeben müssen.

Auf die richtige Vermarktung kommt es an

Haben Sie nun eine App entwickeln können – sei es über einen App-Baukasten, über Freelancer oder sogar selbst – so kommt es nun darauf an, die App zu vermarkten. Folgende Aspekte sollten Sie unbedingt beachten, damit Ihre App erfolgreich wird:

  1. Geben Sie Ihrer App einen prägnanten Namen und versehen Sie diese mit einer guten Beschreibung. Machen Sie bereits in den ersten Zeilen der Beschreibung klar, welchen Mehrwert Ihre App bietet.
  2. Versuchen Sie, Ihre App bei Freunden und Bekannten vorzustellen (z.B. über Social Media), um vor allem am Anfang über hohe Downloadzahlen eine gute Platzierung in den App-Charts zu erreichen. Eine gute Platzierung in den Charts würde weiterhin automatisch neue Interessenten anziehen und die Downloadzahl steigern.
  3. Setzen Sie auf Social Media, um auf Ihre App aufmerksam zu machen. Machen Sie dies aber nicht in Form von Werbung, sondern nutzen Sie den Sinn von Social-Media. Berichten Sie z.B. von den Erfahrungen bei der Produktion Ihrer App. Gab es Probleme mit den Richtlinien von Apple? Diskutieren Sie mit den ersten Benutzern über ihre Erfahrungen mit der App. Gibt es vielleicht Probleme, die Sie bis jetzt nicht erkannt haben und für die sie rasch eine Lösung finden müssen?
  4. Sorgen Sie für mehr Bekanntheit, indem Sie über Ihre App berichten lassen. Beispiele für Webseiten, an die Sie sich wenden könnten, sind www.apps-news.de, www.appsblog.de, www.appguide.de oder www.3gapps.de.
  5. Nutzen Sie Presseportale, um von Ihrer App zu berichten. Die bekanntesten Portale in Deutschland sind unter anderem: www.firmenpresse.de, www.openpr.de, www.presseanzeiger.de oder www.businessportal24.de.
  6. Schreiben Sie Gastartikel auf fremden Webseiten. Suchen Sie sich dazu einige besucherstarke Webseiten und Blogs zu Ihrem Thema und bieten Sie an, einen Gastartikel zu schreiben oder ein schriftliches Interview zu geben. Das sorgt für Aufmerksamkeit und steigert den Bekanntheitsgrad Ihrer App noch weiter.

Über den Autor:

Thomas Klußmann

Thomas Klußmann ist Gründer und Geschäftsführer der Gründer.de GmbH.

Er durchlief eine ganz klassische kaufmännische Ausbildung sowie ein Studium mit dem Abschluss Bachelor of Arts in Business Administration und Vertriebsmanagement. Bereits im Jahr 2002 spezialisierte sich Thomas Klußmann auf Online-Marketing.

Heute unterstützt Gründer.de über 4.000 Kunden beim Auf- und Ausbau eines eigenen Online-Businesses. Als von Google zertifizierter „AdWords Qualified Professional“ und Facebook Referent verantwortet Thomas Klußmann neben diesen Themenfeldern zusätzlich die gesamte operative und strategische Leitung der Gründer.de GmbH.

Titelfoto: (c) Samsung

1 Kommentar zu "Mobile Marketing mit Apps – Eine unkonventionelle Methode für StartUps"

  1. Nach anfänglichen kostenpflichtigen mobilen Apps haben wir uns nun für das kostenlose Angebot entschieden. Ich hoffe, es bringt etwas, da wir hier schon auf 200+ € im Monat verzichtet haben.

Hinterlasse einen Kommentar

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.