Soziale Geschäftsidee von AIKYOU: Fairtrade trifft auf tolles Design

Das StartUp AIKYOU aus Karlsruhe bietet seinen Kunden „Green Fashion Underwear“. Was nachhaltig ist, das sieht auch noch besonders gut aus. Gabriele Meinl ist eine der beiden Gründerinnen, wir freuen uns ganz besonders, dass sie uns für ein Interview bereitstand:

Frau Meinl, welches Konzept steckt hinter dem Begriff „Green Fashion Underwear“?

AIKYOU designt feine, puristische Unterwäsche, deren klare Linien von Bikinis inspiriert sind und die ganz ohne Bügel und Häkchen auskommt. Das weiche, anschmiegsame Material besteht aus Fairtrade-zertifizierter Biobaumwolle und wird nach aktuellsten Nachhaltigkeitsstandards in Deutschland produziert.

Mit der Positionierung „Green Fashion Underwear“ wollen wir uns zum einen deutlich von dem etwas angestaubten Begriff „Öko-Mode“ absetzen, da es bei AIKYOU zunächst um einen eigenständigen, sehr hohen modischen Anspruch geht. Zum anderen steht „Green Fashion“ für eine hohe Qualität, nicht nur, was das Material betrifft, sondern auch ethische und soziale Standards.

Sehen Sie insgesamt beim Thema „Mode und Kleidung“ einen Trend hin zu eher nachhaltigen Produkten, und damit einhergehend eine Abkehr von möglichst billiger Ware?

Ein Modell von AIKYOU

Immer mehr Menschen werden sich der Tatsache bewusst, dass es langfristig mehr Sinn macht, auf weniger und dafür hochwertigere Konsumgüter zu setzen. Für uns ist diese Herangehensweise selbstverständlich, und der zunehmende Trend zu verantwortungsvoller Herstellung im Textilbereich bestätigt uns dabei.

Die verstärkte Berichterstattung über die Hintergründe der Textilproduktion vor allem in asiatischen Ländern sensibilisiert immer mehr Leute dafür, darüber nachzudenken, was sie direkt auf ihrer Haut tragen, was also konkret ihre Gesundheit und ihr Wohlbefinden beeinflusst. Darüber hinaus stellt sich immer mehr Menschen die Frage, ob sie bisher übliche Produktionsweisen des Massentextilmarktes unterstützen wollen, wenn man über den fragwürdigen Umgang mit Chemikalien oder die Bedingungen in Nähfabriken in Billiglohnländern Bescheid weiß.

Immer weniger Konsumenten wollen davor die Augen verschließen. AIKYOU bietet dazu eine Alternative, indem wir mit deutschen Herstellern zusammenarbeiten. Eine Kombination aus Stil und bewusstem Lifestyle, die es bisher so nicht gab, und die immer mehr Frauen anspricht.

Wie aus der letzten Frage herausklingt, haben die Produkte Ihres StartUps sicherlich ihren Preis. Wie kann man das Marketing bestmöglich auf ein solches Segment ausrichten?

Zunächst liegen unsere Produkte preislich im selben Rahmen wie andere etablierte Qualitätsprodukte im mittleren Preissegment. Allerdings hat AIKYOU zusätzlich auch noch den Mehrwert von Produkten, die es in ihrer Verbindung von modischem Anspruch, Tragekomfort ohne Bügel und nachhaltiger Herstellung so noch nicht gab. Wer also bisher bereits seine Wäsche nicht bei Billiganbietern gekauft hat, sieht im Preis gar kein Problem, sondern hier kann das Produkt mit seinem Schnitt und seiner Machart überzeugen.

Daneben richtet sich das Marketing aber natürlich nach der Zielgruppe. Wir investieren viel Arbeit, um das uns zur Verfügung stehende Budget für einen effizienten Marketingmix einzusetzen, mit Onlinemedien, Presse, gezielten Anzeigen und Messeauftritten. Außerdem ist bei Unterwäsche das Empfehlungsmarketing nicht zu unterschätzen. Deshalb sind uns der direkte Kontakt zu unseren Kundinnen und ein aufmerksamer Kundenservice sehr wichtig.

„Das Echo auf AIKYOU ist äußerst positiv“, so Ihr erstes Fazit. Wie drückt sich dies in Zahlen oder im ungefähren Vergleich zu Ihrem ursprünglichen Business Plan aus, können Sie uns hierzu etwas verraten?

Wir sind am 1. Oktober 2011 mit unserem Webshop online gegangen, und seither sehen wir, wie sich mit zunehmender Mundpropaganda und Medienberichten das Interesse an AIKYOU immer weiter steigert. Dafür haben wir uns einen realistischen Wachstumsplan aufgestellt, an dem wir uns Schritt für Schritt orientieren. Letztes Jahr konnten wir direkt vom Weihnachtsgeschäft profitieren.

Im ersten Halbjahr 2012 haben wir dann zusätzlich zum Onlinegeschäft den Einzelhandel angesprochen und sind stolz darauf, dass wir für den Zeitraum hier schon eine erfreuliche Anzahl von Händlern für uns gewinnen konnten. Insofern sind wir gut im Plan, und unsere Bank ist zufrieden mit uns.

Welche weiteren Meilensteine stehen auf Ihrer Agenda?

Wir entwickeln unsere Kollektion jede Saison ein Stück weiter und ergänzen neue Farben und Modelle. Beispielsweise gibt es jetzt auch Tops, die man sowohl als Unterwäsche oder als leichtes Oberteil tragen kann. Wir werden im kommenden Jahr verstärkt auf Messen unterwegs und auch in Berlin zur Fashion Week präsent sein. Für 2012 werden wir unsere Aktivitäten über Deutschland hinaus auf DACH ausweiten.

Mit welchem Team ging AIKYOU an den Start, und wollen Sie dieses noch weiter ausbauen?

AIKYOU wurde von uns, also Bianca Renninger und Gabriele Meinl, gegründet. Wir arbeiten derzeit in schlanken Strukturen mit einem sehr guten externen Netzwerk. Natürlich wollen wir unsere Aktivitäten ausbauen und uns dafür auch die richtigen Spezialisten suchen.

Gabriele Meinl und Bianca Renninger

Dabei wird uns Flexibilität weiterhin ganz wichtig sein, z. B. mit anpassungsfähigen Arbeitszeitmodellen wie mit Homeoffice-Plätzen für Mütter. Wir wollen auch hier für alle Seiten gute und effiziente Bedingungen schaffen und zukunftsfähige, nachhaltige Wege gehen.

Modefotos: © AIKYOU GmbH, Fotograf: Uwe Krejci

1 Kommentar zu "Soziale Geschäftsidee von AIKYOU: Fairtrade trifft auf tolles Design"

  1. Der SWR hat jüngst über das Unternehmen berichtet, hier der Link zum Film: http://swrmediathek.de/player.htm?show=330f5710-d1d8-11e1-8bdf-0026b975f2e6

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Soziale Geschäftsidee von AIKYOU: Fairtrade trifft auf tolles Design

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