Startup fairplaid: Crowdfunding für Sportprojekte

fairplaid

Das Portal fairplaid.org ist nach eigenen Angaben „die erste deutsche Crowdfunding-Plattform für Sportprojekte“. Die Unterstützer können ihren Beitrag gegen ganz persönliche Prämien der Vereine und Sportler eintauschen, aber auch gegen Gutscheine von bekannten Unternehmen.

Wir sprachen mit Marthe-Victoria Lorenz, der Geschäftsführerin von fairplaid, über das spannende Konzept:

Wie lässt sich Ihre Geschäftsidee in zwei/drei kurzen Sätzen auf den Punkt bringen?

Auf unseren Crowdfunding-Plattformen können Vereine und Sporler kostenfrei Gelder sammeln, z.B. für Ausrüstung oder Freizeiten. Unser Motto heißt hierbei: „Tausche Deine 5€-Unterstützung gegen einen 10€-Gutschein ein.“ Wer die Projekte unterstützt, kann im Gegenzug höherwertige Gutscheine von Online-Shops/lokalen Unternehmen auswählen – eine Spende lohnt sich also. Die teilnehmenden Unternehmenspartner entrichten für den Werbe-Effekt eine Servicegebühr an fairplaid und stützen somit den Betrieb und das Wachstum der Plattform.

Wann und wo wurde Ihr Unternehmen gegründet? Wie entstand die Geschäftsidee selbst?

Die fairplaid GmbH wurde Ende 2012 in Stuttgart gegründet, Mitte 2013 ging die Plattform fairplaid.org online, im Februar 2014 auf Initiative der BW Bank die Plattform bw-crowd.de.

Wer im Verein aktiv ist, ist eigentlich ständig mit dem Thema Geld konfrontiert, schließlich will jedes Trainingslager, jeder Trikotsatz und jeder Aufstieg finanziert werden. Neben dem Studium habe ich beim MTV Stuttgart und Stuttgarter Eishockey Club auch ehrenamtlich gearbeitet, dies live mitbekommen und daraufhin meine Bachelor-Arbeit über Crowdfunding im Sport geschrieben. Nach vergeblichen googlen nach einer Plattform für den Sport war die Idee geboren.

Klar war aber auch, dass das „klassische“ Crowdfunding für Sportvereine nicht ausreicht, da kleine Vereine, Einzelsportler und Randsportarten eine kleine Community haben und selten eine große Öffentlichkeit erreichen. Mit unserem Bonussystem helfen wir also, dass selbst fremde Menschen den Weg auf die Plattform finden und unterstützen die Vereine so bei der Geldersuche.

Gibt oder gab es Vorbilder in anderen Ländern, an denen Sie sich orientieren?

Crowdfunding selbst ist ja ursprünglich – wie so viele Trends – aus den USA zu uns herüber”geschwappt”. Und natürlich gibt es da einige Unternehmen an denen ich mich orientiert habe. Das Bonussystem hat sich letztendlich aus vielen Inspirationen zusammengesetzt und ist uns derzeit auf keiner anderen Plattform bekannt.

Über welche Alleinstellungsmerkmale verfügt das Konzept? Was unterscheidet es von ähnlichen Ansätzen?

Eigentlich heißt Crowdfunding, dass Privatpersonen in großer Anzahl Projekte fördern. Wir aber möchten die Unternehmen viel stärker einbinden und den Vermarktungsaspekt herausheben, sei es als Bonuspartner mit unserem extra entwickelten Bonussystem, oder auch als Sponsor einer Kategorie (z.B. Förderer des deutschen Basketballs oder Förderer des Stuttgarter Sports). Auch mit Städten und Verbänden führen wir Gespräche, um die Anreize für die Crowd noch attraktiver zu gestalten.

Welche Zielgruppen sollen konkret angesprochen werden?

Marthe-Victoria Lorenz

Marthe-Victoria Lorenz

Mit fairplaid.org sprechen wir auf Seite der Projektstarter ganz klar Sportvereine, Sportler oder Sportgruppen an und möchten mit fairplaid eine neue Säule der Sportförderung für Jedermann in Deutschland etablieren. Auf bw-crowd.de können alle Formen von sozialen Projekten aus Baden-Württemberg ihre Projekte verwirklichen.

Auf Unternehmensseite sprechen wir viele Online-Unternehmen, aber auch lokale Dienstleister und städtische Betriebe an sowie – natürlich – auch Unternehmen, die derzeit schon im Sportsponsoring aktiv sind.

Wie wollen Sie Ihre Idee vermarkten?

Unser größtes Vermarktungspotenzial liegt im Produkt selbst. Erfolgreiche Projekte sprechen sich herum und ziehen neue Projekte an, da die Menschen sehen: es funktioniert. Deshalb gehen wir viel auf Vereine aktiv zu, sprechen auf Veranstaltungen, sind vor Ort und persönlich da. Da es beim Thema Geld insbesondere auch um Vertrauen unserer Firma gegenüber geht und v.a. auch bei viele Vereinsvertreter der Online-Welt noch skeptisch gegenüberstehen, sind wir besonders in der Pressearbeit aktiv. Mit eurem Bericht auf meinstartup.com tragt ihr somit einen Teil dazu bei fairplaid noch bekannter zu machen, vielen Dank dafür!

Welches Team mit welchem Know How arbeitet an Ihrer Idee?

Als Ideengeberin beschäftige ich mich natürlich Tag und Nacht mit der Idee rund um unsere Crowdfunding-Plattformen. Neben mir als Medienwirtschaftlerin bringt mein Mitgründer Philipp Mergenthaler das Sportmanagement Know-How mit und baut Kooperationen auf. Marco und Lena Sander decken das Thema Recht und Steuern ab, mit startnext haben wir zudem einen Technologiepartner, die im Crowdfunding Vorreiter im Kulturbereich sind.

Welche Ziele verfolgt Ihre Gründung, wo möchten Sie in einem Jahr stehen?

Wir möchten langfristig fairplaid.org als neue Säule der Sportförderung in Deutschland etablieren und in einem Jahr die erste Million an Crowdfunding-Geldern anpeilen. Der Deutsche Markt soll 2015 langsam abgedeckt sein. Zudem möchten wir die erste Stadt von unserer Vision überzeugen und an Bord holen und weitere Sponsoren und nationale Bonuspartner gewinnen.

Suchen Sie noch nach Mitarbeitern und/oder Kooperationspartnern, und wer kann sich bei Ihnen melden?

Wir suchen immer nach Teammitgliedern, die das Thema begeistert und neue Wege gehen möchten. Wer also eine Idee einer Zusammenarbeit hat oder Interesse, bei uns mitzumachen, gerne eine Email an bewerbung@fairplaid.org schicken.

Ein paar Worte zu Ihnen und Ihrem Werdegang?

Ursprünglich aus Ingolstadt hat es mich aufgrund des Medienwirtschafts Studium an die Hochschule der Medien nach Stuttgart getrieben. Hier habe ich meine Faszination für Webdesign und Internetstrategien entwickelt und neben dem Studium meine zweite Leidenschaft verfolgt: Basketball. Mit der Bachelor-Arbeit und Crowdfunding für Sport konnte ich beide Themen verbinden und habe direkt nach dem Studium angefangen an fairplaid zu arbeiten.

Neben fairplaid engagiere ich mich weiterhin in meinem Sportverein und möchte aber auch mehr Mädchen und Frauen für das Thema “gründen” begeistern. Deswegen organisiere ich derzeit zusätzlich das erste “Startup Weekend Women” in Stuttgart und denke, dass ich auf diesem Gebiet im Sport wie Unternehmerisch mich einbringen werden.

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