Artikelserie „Corporate Design“: Von der Corporate Identity bis zum Corporate Design Manual

Ein Gastbeitrag von René Aye, Medienagentur Pyropixel.de.

Über diese Artikelserie

Die Artikelserie „Corporate Design“ soll jedem als Grundlage dienen, der sich mit dem Thema Corporate Design (Logo, Schrift, Farben etc.) für sein Unternehmen auseinandersetzen will. Diese Serie stellt eine Basis dar, um zum Beispiel besser in Gespräche mit Grafikern und Agenturen einsteigen zu können. Weiterhin wird es ganz konkrete Tipps und Hinweise geben, wie Sie die wichtigsten Elemente Ihres Corporate Designs selbst umsetzen können.

Im ersten Artikel widme ich mich den Fragen, die Sie sich zunächst stellen und beantworten sollten, um ein Basis-Konzept zu Ihrem Corporate Design zu entwickeln.

Was ist der Unterschied zwischen Corporate Identity und Corporate Design?

Zunächst erkläre ich die Begriffe „Corporate Identity“ und „Corporate Design“.

Corporate Identity (CI): Die Corporate Identity ist die Gesamtheit aller charakteristischen Merkmale eines Unternehmens. Man geht davon aus, dass ein Unternehmen genauso wahrgenommen wird, wie eine lebendige Person. Der Charakter einer Person und ebenso eines Unternehmens ist die Summe aus der optischen Erscheinung sowie der Art und Weise zu sprechen und zu handeln.

Corporate Design (CD): Das Corporate Design ist ein Teil der CI. Nach der obigen Beschreibung entspricht sie der optischen Erscheinung eines Unternehmens. In dieser Artikelserie soll es vorrangig um das CD gehen.

Elemente einer Corporate Identity

Optische Erscheinung (CD):

  • Logo
  • Farben
  • Hausschrift
  • Geschäftsdrucksachen (Visitenkarten, Briefpapier, Stempel)
  • Laden- oder Restaurantausstattung
  • Bekleidung
  • etc.

Die Art zu sprechen:

  • wie ist der „Ton“ in der Aussendarstellung: eher sachlich, eher locker, eher aggressiv
  • wie meldet man sich am Telefon
  • etc.

Die Art zu handeln:

  • lange oder kurze Vertragslaufzeiten
  • lange oder kurze Kündigungsfristen
  • Weihnachtskarten an die Kunden
  • Geburtstagsgrüße
  • nur nachhaltige Produkte/Produktionspartner
  • wohltätige Handlungen
  • etc.

Konzeption des Corporate Designs

Bevor Sie sich der konkreten Umsetzung Ihres Corporate Designs widmen, sollten Sie zunächst ein kleines Konzept entwickeln. Dabei helfen Ihnen folgende Fragen:

  1. Was ist Ihr Produkt / Ihre Dienstleistung? (Beschreibung)
  2. Wie sieht die Zielgruppe aus? (Spezielle Firmen/Branchen, Region, Männer, Frauen, Alter, Einkommen, Religion etc.)
  3. Wie soll Ihr Image sein ? (originell, trendig, kreativ, edel, sympathisch, klassisch, günstig etc.)
  4. Wie sieht das Image und die Werbung der wichtigsten Konkurrenz aus?
  5. Welche Medien werden benötigt? (Geschäftsdrucksachen, Broschüren, Flyer, Webseite, (Auto)-Aufkleber, Mappen, Videos, Musik/Jingles, Präsentationsvorlagen etc.)
  6. Gibt es spezielle Vorstellungen? (Farben, Formen, Bilder, Fotos)

Der nächste Schritt wäre nun, die einzelnen Bestandteile der Corporate Identity zu entwickeln. Am wichtigsten sind zunächst:

  • Logo/Farben
  • Hausschrift
  • Visitenkarten
  • Briefpapier
  • Stempel

Die obige Reihenfolge ist kein Muss, hat sich aber als „üblich“ erwiesen. Wenn Sie z.B. mit dem Stempel anfangen und sich am Ende für eine andere Hausschrift entscheiden, müssten Sie den Stempel wieder überarbeiten.

Tipp: Benutzen Sie vorhandene Elemente konsequent: Sie haben bereits eine Hausschrift? Wahrscheinlich kann man diese auch im Logo verwenden. Auf jeden Fall sollten Sie die gleiche Schrift bei der Visitenkarte, dem Briefpapier und dem Stempel benutzen. Das vereinfacht die Gestaltung und sieht zudem professioneller aus.

Das Corporate Design-Manual

Ziel ist es, am Ende ein sogenanntes Corporate Design-Manual (CD-Manual) zu haben. Das ist ein Handbuch in dem alle Aspekte des Corporate Designs genau festgehalten werden. Ich habe Kunden, für die ist das Manual quasi die „Bibel“, an die sich sklavisch gehalten werden muss. Andere Kunden wiederum legen nicht so viel Wert auf strikte Einhaltung (ich habe Kunden da gibt es sogar beide Sichtweisen innerhalb der Marketingabteiliung). Die Wahrheit liegt wahrscheinlich irgendwo dazwischen. Ich selber befürworte ein striktes Einhalten, weiß aber auch aus Erfahrung, dass man das Corporate Design hin und wieder beugen muss.

Viele Gestaltungsfragen klären sich automatisch, wenn man sich an das CD-Manual hält. Ich halte das für eine enorme Arbeitserleichterung.

Zum Abschluss habe ich noch zwei Links aus der Praxis für die Praxis. Die ARD und die Bundesregierung haben ihre CD-Manuals öffentlich übers Web zugänglich gemacht. Klicken Sie sich durch diese Anleitungen hindurch. Sie bekommen so ein gutes Gefühl dafür, was alles in ein CD-Manual gehört. Darüber hinaus ist es eine hervorragende Inspirations-Quelle:

www.ard-design.de

Ich hoffe, der Artikel hat Ihnen hilfreiche Hinweise gegeben. Wenn Sie Fragen zum Thema Corporate Design haben, können Sie gerne die Kommentarfunktion nutzen. In den nächsten Artikeln dieser Serie gehe ich näher auf die Themen Schrift, Farben und Logogestaltung ein.

Titelfoto: wave111 / pixelio.de

1 Kommentar zu "Artikelserie „Corporate Design“: Von der Corporate Identity bis zum Corporate Design Manual"

  1. Spannendes Thema, bin auf die folgenden Artikel gespannt!

    Grüße,
    Christian

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  1. Gastartikel auf meinstartup.com | Pyropixel

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