EntwicklerHeld – die Zukunft des IT-Recruiting ist voller Challenges

EntwicklerHeld Recruiting

Junge Programmierer können über EntwicklerHeld Herausforderungen lösen und sich damit für künftige Arbeitgeber empfehlen. Ziel der Plattform ist es, dem Recruiting im IT-Bereich ein Update zu verpassen und Bewerbungsprozesse in Zeiten des Fachkräftemangels spielerisch und fair zu gestalten. Mehr von Felix Hanspach (3.v.r) – Geschäftsführer & Co-Founder. 

Felix, kurz und knapp: Pitche Eure Geschäftsidee?

EntwicklerHeld ist eine Coding-Plattform für Entwickler und IT-Unternehmen. Entwickler können über unsere Plattform Coding-Aufgaben (Challenges) lösen und dabei regionale Unternehmen kennenlernen. Dafür bekommen die Entwickler Erfahrungspunkte, steigen Level auf und erhalten virtuelle Coins, die gegen echte Gutscheine eingetauscht werden können. 

Unternehmen finden auf EntwicklerHeld Entwickler, die sie über die Plattform kontaktieren und ihnen beispielsweise Jobangebote übermitteln können. Die Entwickler bleiben dabei komplett anonym – die Firmen sehen nur die Lösung der Coding-Challenge und die Region des Entwicklers.

Was genau war der Auslöser für den Start in ein eigenes Business?

Wir hätten als Entwickler selbst gerne unsere Plattform genutzt und hätten uns gefreut, wenn es so etwas schon gegeben hätte. Die Vision einer Plattform umzusetzen, auf der man als Programmierer Technologien und Unternehmen kennenlernt, herausgefordert wird und spielerisch lernt, Spaß hat und dabei auch noch seinen Traumjob findet, ist unser größter Wunsch. 

Wir haben uns schon in einer sehr frühen Phase Feedback von Entwicklern und Firmen geholt, um herauszufinden, ob der Bedarf tatsächlich da ist und es waren alle begeistert. Also haben wir uns an die Umsetzung gemacht und das Unternehmen gegründet.

Was macht das Geschäftsmodell einzigartig – was ist der USP?

Es gibt einige Aspekte, die uns von anderen Recruiting Plattformen unterscheiden. Zum einen sind wir auf Entwickler spezialisiert. Der Rahmen ist also sehr eng gefasst. Aber der größte Faktor ist bei uns die Community. 

Wir bieten eine Spielwiese für EntwicklerInnen jeglichen Erfahrungsstandes und stecken viel Arbeit in das Erstellen anspruchsvoller Challenges. Denn der Spaß am Programmieren und Lernen ist uns besonders wichtig. Darüber pflegen wir einen sehr engen Kontakt zu unseren EntwicklerHelden und nehmen deren Feedback sehr ernst. 

Durch den anonymisierten Kontakt zu Unternehmen wollen wir mögliche Vorurteile, die Bewerbungsprozesse oft beeinflussen, ausschließen. Es geht nicht um Herkunft oder Geschlecht, sondern um Leidenschaft und Können. 

Über gelöste Challenges auf der Plattform können unsere Nutzer beweisen, dass sie das Programmieren beherrschen. Die Lösungswege können Unternehmen einsehen und sich ein klares Bild der Fähigkeiten unserer EntwicklerHelden machen. Eine Chatfunktion ermöglicht trotz Anonymisierung direkten Kontakt zwischen Unternehmen und EntwicklerIn. 

Wo siehst Du die Zielgruppe bzw. wer sind die Wunschkunden?

Die eine Zielgruppe gibt es für uns nicht. EntwicklerHeld ist eine Spielwiese für alle, die programmieren wollen. Von Quereinsteigern, die gerade ihre erste Programmiersprache lernen, über Studenten, die ihre Skills verbessern wollen, bis hin zu erfahrenen Programmierern, die auch in ihrer Freizeit Spaß daran haben, an Coding-Challenges zu knobeln.

In unserer Community finden sich die unterschiedlichsten Werdegänge. Darum geht es letztendlich. Allen, die programmieren wollen, einen Raum zu schaffen und damit Karrierechancen zu eröffnen.

Wir wollen zwischen Unternehmen und Entwicklern vermitteln. Das heißt Zielgruppe sind auch alle Firmen, die Entwickler suchen. Die Digitalisierung schreitet voran und wurde durch die Pandemie noch verstärkt. Viele Unternehmen haben also Bedarf. Der Fachkräftemangel erschwert es vielen Firmen. Hier wollen wir unterstützen und helfen, Unternehmen Entwickler dort zu erreichen, wo sie aktiv sind.

Wie viel Geld wurde bis zum Start investiert und wie lange war die Vorlaufzeit?

Bei uns war das ein fließender Prozess, da gab es keinen offiziellen Startschuss. Ursprünglich sind wir mit einer anderen Idee gestartet und haben uns schon parallel zum Informatikstudium in unseren Abschlussarbeiten damit beschäftigt und mit der Umsetzung begonnen. 

Parallel schrieben wir mit erheblicher Unterstützung von dresden|exists am Ideenpapier zur Beantragung eines EXIST-Gründerstipendiums, welches dann auch genehmigt wurde. Darauf folgte ein Technologie-Gründerstipendium der Sächsischen Aufbaubank. Mit dem ersten Prototypen und den ersten Zahlenden Kunden konnten wir 2018 den Lovoo-Gründer Björn Bak überzeugen, in uns zu investieren. 

Mit der finanziellen Unterstützung durch das Stipendium konnten wir uns seit 2017 Vollzeit der Gründungsidee widmen, regionalen IT-Firmen kontaktieren und unsere ursprüngliche Idee an den Bedarf im IT-Bereich anpassen.

Wie sieht es mit der Einnahmeseite aus – auf welchem Weg werden Geldrückflüsse erzielt?

Wir generieren Einnahmen über Unternehmen, die unsere Plattform zum Employer-Branding nutzen. Firmen können auf unserer Plattform über interaktive Stellenanzeigen auf sich aufmerksam machen oder sogar eigene Challenges einstellen. Wir unterstützen sie bei der Entwicklersuche und kümmern uns auf Wunsch auch um den Kontakt und die Vorauswahl. Dafür bieten wir unterschiedliche Servicepakete.

Welche Werbe- bzw. PR-Aktion hat bis dato für den größten Bekanntheitsschub gesorgt?

Das absolute Highlight war  unser Auftritt bei der OMR (Online Marketing Rockstars) in Hamburg 2019. Wir hatten dort die Möglichkeit, mit einem riesigen Messestand neben Firmen wie Audi und Facebook präsent zu sein. Die Resonanz war der Wahnsinn und neben vielen begeisterten Nutzern sind auch eine Menge Firmenkontakte dabei herausgekommen.

Dieses Jahr ist alles anders. Es gibt keine Großveranstaltungen und darum wollten wir die Zeit der Krise nutzen, um zu helfen. Coden kann man zum Glück überall. Darum haben wir im Mai die Aktion #StayHomeAndCode ins Leben gerufen. Unsere Nutzer können ihre in Coding-Challenges erworbenen Coins auch spenden. 

Welche Vision verfolgst Du und welche Schlagzeile würdest Du gern mal über das Unternehmen lesen?

Wir sind davon überzeugt, dass es für jeden Softwareentwickler und Entwicklerin den perfekten Job gibt. Darum ist es unsere Vision, dass in fünf Jahren Software-EntwicklerInnen mit unserer Hilfe spielerisch den perfekten Job finden. 

Wir wollen die Brücke zwischen EntwicklerInnen und Unternehmen sein. Über uns haben ProgrammiererInnen die Möglichkeit, an sich zu wachsen und sich beruflich zu verwirklichen. Sei es projektbezogen oder in Festanstellung. 

Wir wollen erster Ansprechpartner für Unternehmen werden, wenn es darum geht, EntwicklerInnen zu erreichen. Es braucht fähige und diverse Developer, um Digitalisierung qualifiziert umzusetzen, das wollen wir fördern und so aktiv Digitalisierung mitgestalten, fair und auf Augenhöhe. 

Auf welche 3 Tools/Apps kannst Du bei der täglichen Arbeit keinesfalls verzichten und warum?

Unsere Kommunikation läuft  über Discord und Slack, ohne wäre die Arbeit im Team sehr schwierig. So können wir auch aus dem Homeoffice zusammen an Projekten schrauben. Noise-Cancelling-Kopfhörer sind wiederum unentbehrlich, um sich für hochkonzentriertes Arbeiten von der Außenwelt abzuschotten.

Was bedeutet für Dich persönlich Erfolg – worauf kommt es wirklich an?

Wir merken oft, dass Erfolge im Alltagsstress schnell untergehen und man sich gar nicht so wirklich vor Augen führt, was man bereits alles erreicht hat. Auf der einen Seite zeigt er sich im Feedback, das wir erhalten, über steigende Nutzerzahlen und Firmen, die zufrieden mit der Plattform sind und über EntwicklerHeld Stellen neu besetzen konnten. 

Vor zwei Jahren waren wir in der geschlossenen Alpha-Version mit ca. 100 Nutzern, jetzt sind es über 20 000. Am Ende des vorletzten Jahres waren wir noch zu fünft, jetzt haben wir ein Team von zehn Personen und trotz des schnellen Wachstums hat der Teamgeist nicht gelitten.

Wir sind immer noch ein Team aus echten Freunden und gehen zusammen durch dick und dünn, helfen einander und springen füreinander ein.

Welchen Fehler würdest Du aus der eigenen Erfahrung heraus jungen Gründern ersparen?

Überlegt nicht zu lange “im stillen Kämmerchen” und geht nicht davon aus, dass ihr wisst, was der Markt braucht. Kommunikation und Marktbedürfnisse abfragen ist extrem wichtig: Ich empfehle, Ideen schnell mit Kunden zu validieren, auch wenn man noch nicht so viel zum Vorzeigen hat.

Welche Frage sollte sich eine Gründerin bzw. ein Gründer mindestens einmal gestellt haben?

Es ist besonders wichtig, sein Geschäftsmodell immer wieder kritisch zu hinterfragen und sich Feedback einzuholen. Die beste Idee nützt nichts, wenn man sein Unternehmen nicht über Wasser halten kann oder die Dienstleistung nicht genutzt wird. 

Wir sind ursprünglich mit einer anderen Idee gestartet. Es ging darum, Firmen in der Softwareentwicklung durch Crowdsourcing mit Informatikstudenten zu unterstützen. Die Softwareentwicklung der Studenten sollte dabei komplett im Browser stattfinden und jede gelöste Aufgabe entsprechend bezahlt werden.

Wir haben mit unzähligen regionalen IT-Firmen gesprochen und unsere Lösung angeboten. Dabei hat sich herausgestellt, dass Unternehmen zwar Wege suchen, um bei jungen Softwareentwicklern sichtbar zu sein, aber die Entwickler dann auch einstellen wollen, statt nur Aufgaben auszulagern. Aus diesem Pivot ist die EntwicklerHeld-Plattform entstanden.

Mit welchen drei Worten würdest Du dich selbst beschreiben?

Ich habe mich um die Frage gedrückt und das Team gefragt: bescheiden, Master of Mittelerde, Arbeitsbiene.

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