Voraussetzungen für die Heimarbeit: Strukturiertes Vorgehen und Durchhaltevermögen sind gefragt

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Ein Gastbeitrag von UmfragenVergleich.de.

Der Begriff Heimarbeit klingt verlockend. Er klingt nach Ausschlafen, Arbeiten wenn es zeitlich am besten passt und nebenbei den Fernseher laufen lassen, oder aber Kekse und Kaffee am Computer stehen haben…

Mit Heimarbeit werden viele angenehme Tätigkeiten verbunden, die in der Praxis jedoch manchmal ganz anders aussehen.

Persönliche Voraussetzungen

Am wichtigsten für die Arbeit zu Hause ist der Wille, beruflich tätig zu sein. Ein geregelter Tagesablauf ist genauso existenziell, wie diesen in der Praxis auch einzuhalten. Schnell kann es sonst passieren, dass für die Arbeit immer weniger Zeit bleibt und Hobbies oder andere Interessen in den Vordergrund rücken. Wer sich selbst gut motivieren kann und nicht die Kollegen für die Kaffeepause benötigt, um Neuigkeiten und Smalltalk auszutauschen, der könnte für ein Homeoffice geeignet sein.

Am besten ist es, sich selbst feste Arbeitszeiten zu setzen und diese, außer in Notfällen, auch akurat einzuhalten. Während der Arbeitszeit wird nur gearbeitet, so dass in den Pausen alles andere erledigt werden kann. Eine strukturierte Arbeitsweise ist notwendig, um auch alleine erfolgreich sein zu können. Nicht jeder Mensch ist dafür geeignet, im „stillen Kämmerlein“ zu arbeiten und dabei gute Ergebnisse zu erzielen.

Räumliche Voraussetzungen

Der Arbeitsplatz sollte räumlich von den Wohnräumen getrennt sein. Am besten ist ein eigenes Arbeitszimmer. Dieses kann ruhig klein sein. Wichtiger ist, dass alle Akten und Unterlagen einen festen Platz finden und sich die Tür schließen lässt, um eine ruhige Atmosphäre zu haben. Für die Konzentration ist es wichtig, in Ruhe arbeiten zu können. Private Telefongespräche, Kinder oder andere Personen stören die Konzentration. Wenn die Wohnung oder das Haus zu klein sind, um ein eigenes Arbeitszimmer zu gestalten, so lässt sich eine Ecke mittels einer Trennwand einrichten. Das funktioniert jedoch nur dann, wenn man während der Arbeitszeiten alleine ist. Am besten wird die Arbeit immer vom gleichen Platz aus getätigt, so dass klar ist, dass dort keinerlei andere Aktivitäten stattfinden.

Arbeitsplatz einrichten

Ein Notebook oder Computer sollte es schon sein. Hier muss meist kein High-End-Gerät angeschafft werden, sondern eines, das mit den üblichen Programmen wie Word oder Excel zurechtkommt und die nötige Software für den Beruf nutzen kann. Ein Drucker wird fast immer gebraucht und sollte ebenfalls angeschafft werden. Wer sehr viel ausdrucken muss, greift zu einem Laserdrucker (Doch Vorsicht: Teils schädliche Emissionen beachten, gerade im Hausgebrauch). Wer wenig Papier bedrucken muss, der nimmt meistens einen Tintenstrahldrucker. Laserdrucker sind bei großen Druckmengen günstiger im Verbrauch, während Tintenstrahldrucker oftmals besser für farbige Ausdrucke geeignet sind.

Regale, ein Schreibtisch und ein guter Bürostuhl sollten das Equipment vervollständigen. Der Preis für alle benötigten Dinge kann, wenn man sparsam vorgeht, bei um die Tausend Euro liegen.

Aufträge akquirieren

Wer sich selbständig macht, braucht erste Auftraggeber, um Folgeaufträge zu gewinnen. Die beste Werbung ist die Empfehlung oder Mund zu Mund Propaganda. Wichtig zu wissen ist, dass bei seriösen Job- und Arbeitsangeboten niemals Geld verlangt wird, um etwa den Start oder bestimmte Waren vorzufinanzieren. Vertrauenswürdige Auftraggeber lassen einen persönlichen oder telefonischen Kontakt zu, haben präzise Vorstellungen von dem, was erledigt werden soll und wie viel sie dafür zahlen möchten.

Es ist gut, auch selbst Anzeigen zu schalten und die eigene Dienstleistung zu bewerben. So melden sich neue Auftraggeber wie kleine Unternehmen, die ihre Büroarbeit auslagern möchten. In der Tageszeitung oder im Stellenmarkt geschickt annonciert kann es mit etwas Glück erste Aufträge geben. Doch meist nur dann, wenn man auch bestimmte Qualifikationen vorweisen kann. Einfach nur zu sagen „ich erledige alle Arbeiten“, das wird nur wenig fruchten. Und zudem nur sehr schlecht bezahlt werden. Sehr gute PC- oder Fremdsprachenkenntnisse sind typische Voraussetzungen, um sich auf dem Markt der Heimarbeit umschauen zu können.

Vorsicht vor unseriösen Anbietern

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2 Kommentare zu "Voraussetzungen für die Heimarbeit: Strukturiertes Vorgehen und Durchhaltevermögen sind gefragt"

  1. Vielen Dank für diese Denkanstöße – leider geht man oftmals sehr schnell in die Falle wenn man sich selbst einredet „Ach, zu Hause arbeite ich sowieso viel effizienter…“ Den inneren Schweinehund zu überwinden kann zu Hause ganz schön schwierig werden ;)

    Da hilft dann aber beispielsweise die Wahl von sogenanntem Co-Working-Space. Also räumliche Trennung auf ein Maximum skaliert.

    So habe ich zumindest den Arbeitsflair und eventuell weniger Gefahren der heimeligen Ablenkung.

    Viele Grüße,
    Christian Mehler

  2. Hallo! Ja, zu Hause Arbeiten klingt immer sehr verlockend. Oder auch Arbeiten zu jeder beliebigen Uhrzeit. Für viele mag das auch funktionieren oder ist vielleicht ein Muss, um den 2. Job unter zu bringen.

    Für mich kann ich sagen: ich habe bei allen Optionen als freiberufler wieder die Freiheit eines 8 Std. Tages für mich entdeckt. Am Stück alles konsequent durcharbeiten und dann den Kopf wieder für alles andere frei haben (meistens).

    Was ich ebenfalls sehr wichtig finde ist die räumliche Trennung, wie oben von H. Mehler schon genannt. Am besten Tür raus ggf. quer durch den Garten ins gut ausgebaute Gartenhäuschen – mein persönlicher Mindestabstand. Besser noch mit ein paar wenigen Kilometern dazwischen.

    Grüße
    Constantin Böhm

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