crowdshop aus Regensburg: Group buying für KMU

Eine Rabatt- und Deals-Plattform für KMU’s zu schaffen, das war die Geschäftsidee von Arasch Jalali und Matthias Höfler. Was es dabei zu berücksichtigen galt, und wie ihre Idee crowdshop.eu vermarktet werden soll, unter anderem darüber sprachen wir mit den beiden Gründern:

Wie lässt sich Ihr Konzept in zwei/drei kurzen Sätzen auf den Punkt bringen?

In erster Linie ist crowdshop eine Rabattplattform für Kleine- und Mittelständische Industrieunternehmen (KMU). Auf www.crowdshop.eu werden regelmäßig Deals der Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe wie Edelstahltafeln oder Kühl- und Schmierstoffe mit bis zu 50% niedrigeren Preisen als handelsüblich angeboten. Durch die Bündelung vieler kleiner Bedarfsmengen realisieren wir wiederum große Abnahmemengen, wodurch die Preise signifikant gesenkt werden können.

Gleichzeitig bietet crowdshop im Standardprogramm ein umfangreiches Sortiment an Qualitätswerkzeugen und qualitativ hochwertigen Betriebsmitteln an, die bis zu 25% günstiger als handelsüblich sind. Außerdem können sich unsere Kunden in unserem ausgeprägten Beratungs- und Servicebereich hinsichtlich ihrer Fragen zu Themen wie Weiterverarbeitung oder Materialauswahl beraten lassen.

Wann und wo wurde Ihr Unternehmen gegründet?

Die Idee für crowdshop ist schon über eineinhalb Jahr alt. Die notarielle Gründung fand im Juli 2012 in Regensburg statt.

Wie entstand die Geschäftsidee selbst?

Matthias und ich sind beide seit mehreren Jahren im deutschen Mittelstand beschäftigt und kennen die Probleme und Sorgen aber auch das Potenzial sehr genau. Das Internet bietet uns auf der anderen Seite die Möglichkeit Geschäftskonzepte völlig neue zu entwickeln und unkompliziert auszuprobieren. Unser Anspruch war es ein Konzept zu entwickeln, dass das Group buying-Prinzip für KMU ermöglicht. Letztendlich wollten wir das Internet nutzen, um die Marktmacht der Großen auf Kleine- und Mittelständische Unternehmen zu überträgt. Relativ schnell haben wir festgestellt, dass sich das crowdshop-Konzept sehr leicht skalieren lässt und darüber hinaus eine sehr positive Resonanz bei Investoren erzeugt.

Gibt oder gab es Vorbilder in anderen Ländern, an denen Sie sich orientieren?

Es gibt international kein uns bekanntes Konzept. Es gibt aber verschiedene Ansätze – auch international – die prinzipiell ein ähnliches Modell anwenden. Jedoch werden dort lediglich Endprodukte (wie Drucker o.ä.) vertrieben, die nur sehr geringe Rabattquoten bieten. Außerdem ist es in der Regel nicht möglich das Produkt selber zu beziehen sondern lediglich Gutscheine.

Unternehmen wollen aber in der Regel keine Gutscheine kaufen sondern reale Produkte, die sich auch bilanziell darstellen lassen. Außerdem kann nur ein Kaufanreiz erzeugt werden, wenn Bedarfsprodukte angeboten werden, die in derselben Qualität zu wesentlich günstigeren Preisen zu beschaffen sind.

Welche Zielgruppen möchten Sie mit Ihrem Shop erreichen?

99,3% aller deutschen Betriebe sind Klein- oder Mittelständisch. Wir adressieren unser Angebot an genau diese Kleinen- und Mittelständischen Betriebe mit dem Fokus auf das produzierende Gewerbe. Das kann der Kleine metallverarbeitende Betrieb oder auch die mittelständische Baufirma sein. Letztendlich sprechen wir alle an, die aufgrund ihrer geringen Einkaufsvolumina vergleichsweise schlechte Einkaufskonditionen besitzen und bereit sind diesen Zustand mit crowdshop zu verändern.

Wie werden Sie Ihre Idee vermarkten?

Die Gründer des crowdshop

Wir forcieren einen gesunden Marketingmix. Auf der einen Seite kennen wir durch unsere langjährigen Tätigkeiten in mittelständischen, produzierenden Unternehmen eine große Anzahl interessierter Kunden mit denen wir in regelmäßigem Austausch über unsere Dealprodukte stehen. Auf der anderen Seite schreiben wir potenzielle Kunden mit Werbeunterlagen und einer konkreten, auf den jeweiligen Deal ausgelegten Einladung auf unsere Website an.

Gleichzeitig schalten wir in Magazinen Anzeigen, die unseren Bekanntheitsgrad grundlegend erweitern. So wird beispielsweise in der Novemberausgabe des Magazins Wirtschaft Konkret der IHK Regensburg mit einer Auflage von 45.000 Stück eine Anzeige von uns geschaltet. Insgesamt ist die Resonanz aber auch jetzt schon sehr positiv, sodass wir zum heutigen Tag unseren ersten Deal erfolgreich abgewickelt haben.

Welches Team arbeitet an Ihrer Idee?

Ich, Arasch Jalali bin Diplom Wirtschaftsingenieur mit mehreren Jahren Berufserfahrung im Management verschiedener bekannter Mittelständischer Betriebe. Seit Jahren beschäftige ich mich nebenbei mit dem Thema Gründung und StartUps. Mit crowdshop habe ich ein Konzept entwickelt, dass meine Erfahrungen und Fähigkeiten auf der einen Seite mit einem sehr positiven Ergebnis für KMU auf der anderen Seite verbindet. Ich bin neben den Themen Strategieentwicklung und Business Development insbesondere für die Themen Finance, Marketing und Sales zuständig.

Matthias Höfler hat neben seiner Berufsausbildung zum Einzelhandelskaufmann und geprüften Betriebswirt (IHK und ILS) sein Studium zum Bachelor Betriebswirt absolviert. Matthias hat darüber hinaus mehrere Jahre Erfahrung im Einkaufsmanagement namenhafter Mittelständischer Unternehmen. Desweiteren arbeiten wir eng mit David Molière zusammen, der neben seinem Studium der Wirtschaftsinformatik und Informationswissenschaften mehrere Jahre als selbständiger Grafikdesigner gearbeitet hat und uns im Moment bei den Aufgaben im Bereich Marketing und Corporate Communications kräftig unterstützt.

Weiterhin arbeiten momentan 2 Praktikanten und ein Werkstudent aus den Bereichen BWL und Engineering bei uns, die hautnah bei der Gründung eines Internet-StartUps teil haben dürfen.

Was haben Sie sich für die nächsten 12 Monate vorgenommen?

Wir wollen mit crowdshop eine Marke etablieren und damit zu einem der größten Handelsunternehmen für Industrieunternehmen in Deutschland heranwachsen. Wir wollen uns zu „dem Ansprechpartner“ für den deutschen Mittelstand in sämtlichen Fragen der Beschaffung etablieren. Aktuell können wir bereits national einer der besten Edelstahl- und Aluminiumpreise mit deutscher Qualitätsware absichern. Langfristig wollen wir dem deutschen Mittelstand die Möglichkeit bieten die Vorteile des Internets zu nutzen und dadurch den Zugang zu den qualitativ hochwertigsten Produkten zu den besten Preisen ermöglichen.

Suchen Sie noch nach weiteren Partnern, und wer kann sich bei Ihnen melden?

Neben zwei starken deutschen Partnern im Werkzeughandel und der –herstellung führen wir derzeit Verhandlung mit weiteren Herstellern, die Ihre Produkte über uns vermarkten möchten. Wir sind aber natürlich immer an weiteren Partnern interessiert und wollen unser Standardsortiment in den nächsten Monaten noch weiter ausbauen. Wir verschaffen den Herstellern neben einem weiteren Vertriebskanal die Möglichkeit ihren eigenen Bekanntheitsgrad auf unserer Website weiter auszubauen.

Ein paar Worte zu Ihnen und Ihrem Werdegang?

Ich bin in der Hansestadt Bremen zur Schule gegangen und habe dort mein Studium zum Diplom Wirtschaftsingenieur absolviert. Berufsbedingt bin ich nach meinem Studium nach Süddeutschland gezogen und letztendlich nach Regensburg gekommen. Regensburg bietet neben seiner sehr ausgebauten Industrie einen sehr guten Zugang zu Hochschulen und verschiedenen Forschungsbereichen die eng mit der Industrie verknüpft sind und uns auch bei der Entwicklung verschiedener Softwarelösungen unterstützen. Unter anderem deshalb haben wir ganz bewusst den Standort Regensburg einer Gründerhochburg wie Berlin vorgezogen.

2 Kommentare zu "crowdshop aus Regensburg: Group buying für KMU"

  1. Endlich einmal eine gute Idee!

    MfG aus Wien

  2. Früher sagte man dazu Einkaufsgemeinschaften heute ist es die Crowd.

    Trotzdem super Idee, denn die Zielgruppe KMUs sind recht interessant, da oftmals vernachlässigt.

    Könnte man sich auch für andere Bereiche / Güter sehr gut vorstellen (Bau, Lebensmittel, KFZ, Textil, etc.)

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