Der Datenhunger wächst – Deutsches Internet zu langsam?

Breitbandausbau für Schnelles Internet

Im digitalen Zeitalter sind innovative Geschäftsideen ohne Internet kaum vorstellbar. Nicht selten sind Gründer heutzutage dauerhaft online, um erfolgreich durchstarten zu können. Und genau hier liegt der Haken. Vor allem im ländlichen Raum ist schnelles Internet noch immer in der Warteschleife.

Langsames Internet bremst Firmen noch viel zu oft aus

Doch wie sehr Unternehmen aller Branchen mittlerweile auf schnelle Internetverbindungen angewiesen sind, zeigt das Beispiel eines sächsischen Spediteurs aus dem Erzgebirge.

Wie die Freie Presse aus Chemnitz kürzlich berichtete, konkurriert er im internationalen Transportgeschäft europaweit mit einer Vielzahl weiterer Speditionen. In seinem Ortsteil liegt bis dato jedoch nur eine DSL-2000 Leitung an. Und von dieser hängt die Zukunft seiner Firma ab.

Diese Situation ist eher suboptimal für Firmeninhaber Daniel Mehner. Denn die Aufträge sind meist schon weg, noch ehe sich an seinen Firmencomputer die entsprechende Seite geöffnet hat. Diese gehen folgerichtig an Fuhrunternehmer, welche durch schnelles Internet auch einen schnellen Zugriff auf die Transportanfragen haben.

Erst Bedarfsstudie für schnelles Internet notwendig

Eigentlich könnte seine Spedition gesund wachsen, wenn nur eine bessere Internetverbindung anliegen würde. Doch in der Gemeinde muss für den notwendigen Ausbau erst eine Bedarfsstudie für schnelle Internetverbindungen erstellt werden.

Doch genau hier mahlen die Mühlen der Politik noch immer viel zu langsam. Denn der Rathauschef verweist in diesem Zusammenhang in erster Linie auf die Zuständigkeit des Bundes.

Ein Einzelfall? Wohl kaum. Vielmehr betrifft dies eine Vielzahl an Unternehmen von der Nordsee bis zu den Alpen und von Ost nach West. Schnelles Internet wird vielerorts schmerzlich vermisst. Und noch immer gibt es keinen Durchbruch.

Deutsches Web zu langsam für die Weltspitze

Auch aktuelle Zahlen belegen dies. Bezüglich der schnellen Vernetzung ist Deutschland nur Mittelmaß. Zwar hat sich die durchschnittliche Geschwindigkeit des Internets hierzulande im ersten Quartal 2015 auf 10,2 Mbit/s erhöht. Dennoch liegt Deutschland im weltweiten Vergleich mit diesem Wert nur auf Platz 26 der Länder mit einem schnellen Internetzugang.

Und der Abstand zur Spitze ist noch sehr weit, wie die nachfolgende Infografik zur Internetgeschwindigkeit zeigt.

Infografik_Schnelles_Internet

Zwar überschreitet auch Deutschland die Breitband-Schwelle deutlich. Diese liegt bei 4 Mbit/s. Spitzenreiter Südkorea kommt jedoch bereits auf Werte von 23,6 Mbit/s. Damit sind die User in Fernost durchschnittlich doppelt so schnell im Internet unterwegs, wie wir hierzulande.

Weltweit waren im ersten Quartal 2015 bereits ein Viertel aller Verbindungen ins WorldwideWeb schneller als 10 Mbit/s. Dies zeigt der aktuelle State of the Internet Report von Akamai, welcher regelmäßig veröffentlicht wird.

Breitbandausbau: Bald Rechtsanspruch auf 50 Mbit/s?

Nach Plänen der Bundesregierung soll bis 2018 der Breitbandausbau in Deutschland so weit voranschreiten, dass die Bürger blitzschnell ins Internet gelangen. Dann sollen Surfgeschwindigkeiten von 50 Mbit/s die Norm sein, auch in ländlichen Gebieten.

Ein Rechtsanspruch soll laut CDU in den kommenden 2 Jahren durchgesetzt werden. Dies ist ein großes Ziel, welches nach den derzeitigen Voraussetzungen nur schwer zu schaffen ist.

Vor allem in ländlichen Regionen fehlt es grundlegend an der notwendigen Technik, da diese Gegenden meist zu unattraktiv sind, um von der Deutschen Telekom oder Mitbewerbern erschlossen zu werden. Das größte Hindernis für einen flächendeckenden Breitbandausbau dürften somit die finanziellen Kosten sein.

Kein DSL – so kommt man dennoch schnell ins Internet

Zwar ist der DSL-Anschluss hier­zu­lande noch immer die erste Wahl, wenn es um schnel­les Surfen geht. Doch der notwendige Glasfaserausbau hinkt weit hinterher. Der Anteil der angeschlossenen Deutschen ist somit bis dato verschwindend gering.

Alternativen sind also gefragt. Einen schnellen Breitband-Anschluss ins Internet erhält man auch über TV-Kabel, Satellit oder Mobilfunk.

Gerade TV-Kabel­netz­betrei­ber haben interessante Ange­bote, welche die typischen DSL-Geschwindig­keiten mitunter bei weitem über­treffen. Sie bewegen sich mittlerweile jen­seits der 100 MBit/s und kosten zudem nicht mehr als DSL-Anschlüsse.

In einigen Regionen werden in der Spitze bereits Geschwindigkeiten von 250 MBit/s erreicht. Somit sind diese Angebote für Ihr Business äußerst interessant. Denn so bringen sie ihr Startup oder junges Unternehmen schnell ins Geschäft.

Einziger Wermutstropfen – auch TV-Kabelanbieter sind noch nicht in allen Regionen Deutschlands aktiv.

Fazit: Die beste Geschäftsidee befindet sich ohne schnelles Internet im digitalen Zeitalter von Anfang an auf verlorenen Posten.

1 Kommentar zu "Der Datenhunger wächst – Deutsches Internet zu langsam?"

  1. erik@einfachstartup.de | 24. Juli 2015 um 10:38 | Antworten

    Hallo,

    ich merke, immer wenn ich unterwegs bin, wie aufgeschmissen ich bin – wenn kein richtiges W-Lan da ist. Wir sollten nicht nur auf dem Land, sondern auch an öffentlichen Plätzen und im öffentlichen Verkehr freien Zugang haben. Bringt Deutschland mega nach vorne. Sehr interessante Grafik aber auch Gleichzeitig erschreckend.

    Gruß
    Erik

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