Der Personal Trainer für jedermann – Hörsport gibt was auf die Ohren

Fit durch Musik? Spaß am täglichen Workout?

Unser Interview mit den beiden Geschäftsführern der Hikuku GmbH, Erfinder des Audiofitnesstrainers hörsport, Tim Bärmann und Dr. Sven Ehlert bietet Einblicke in eine ebenso geniale wie wirkungsvolle Geschäftsidee:

Euer Startup Hörsport bietet seinen Kunden einen individuellen Fitness-Trainer in Form eines Podcasts. Für unsere Leser die vielleicht noch nicht mit diesem relativ neuen Medium vertraut sind, wie funktioniert das Ganze?

Das hörsport-Training via Podcast funktioniert ganz einfach. Erst einmal geht man auf www.hoersport.de und richtet sich dort seinen Account ein. Dann muss der Nutzer uns sein Alter, Gewicht, Größe sowie sein persönliches Trainingsziel verraten. Die Daten behandeln wir natürlich absolut vertraulich.

Als nächstes erfolgt ein theoretischer Fitnesstest, in dem der Nutzer zu seinen Fitnessvorerfahrungen und seinem gegenwärtigen Fitnessstand befragt wird. Da werden unter anderem Dinge abgefragt, wie z.B. wie viele Liegestütze man schafft oder ob es einem schwer fällt, einen Wasserkasten in den 5. Stock zu tragen. Auf der Basis all dieser Daten berechnet unser System ein auf den Nutzer individuell zugeschnittenes Training.

Das generierte Training kann entweder direkt auf dem Computer abgespielt oder auf den MP3-Player geladen werden. Und mit dem MP3-Player in der Tasche kann man dann trainieren, wann und wo man will. Dadurch dass das Training praktisch ohne Gerätschaften auskommt, kann man sein Training überall ausführen – ob zuhause, im Park oder im Hotelzimmer, wenn man sich gerade auf Dienstreise befindet.

So funktioniert der Hörsport

Nach jedem Training gibt der Nutzer Feedback auf der hörsport-Seite, ob das Training zu leicht/schwer/gerade richtig war, ob einem Übungen nicht gefallen haben etc. Mithilfe des Feedbacks können wir das Training noch besser an den Trainierenden anpassen.

Die Resonanz auf eure Geschäftsidee aus den Print- aber auch Fernsehmedien ist sehr groß. Wie seid ihr auf die Idee zu dieser wirklichen Marktlücke gekommen?

Auf die Idee sind wir durch unseren eigenen persönlichen Trainingsnotstand gekommen. Sport war für uns immer nur ein guter Vorsatz. Dann haben wir darüber nachgedacht, was uns eigentlich davon abhält, diesen guten Vorsatz in die Tat umzusetzen.

Ergebnis waren die zwei altbekannten Probleme Geld und Zeit. Das brachte uns auf die Idee, ein alltagstaugliches Trainingsprogramm zu entwickeln, mit dem man trainieren kann, wann und wo man will, und das nicht viel kostet. Da eine weitere Ursache für das Nichttrainieren ja auch das Motivationsproblem ist, war uns klar, dass bei aller zeitlichen und räumlichen Freiheit der Trainierende aber nicht komplett allein gelassen werden darf.

Zudem ergeben sich während des Trainings ja auch immer wieder Fragen zur Ausführung, zum Nutzen etc. Deshalb verfeinerten wir unsere Idee des Trainingsprogramms und entwickelten zusammen mit dem Sportwissenschaftler Olaf Prieske das Konzept für einen digitalen Personal Trainer, einem Trainer, der uns durch das Training leitet, Tipps gibt, uns motiviert und immer wieder daran erinnert, dass die nächste Trainingseinheit ansteht. Und das fertige Ergebnis ist hörsport – der digitale Personal Trainer.

Wie ist das bisherige Feedback der Kunden, und in wieweit fließen diese Rückmeldungen in das zukünftige Produktdesign mit ein?

Auch die Kunden scheinen auf so ein Produkt gewartet zu haben, denn die Resonanz ist durchweg positiv. Natürlich gibt es Verbesserungsvorschläge, vor allem was die Auswahl der Trainingsmusik betrifft.

Unser Musikangebot ist leider noch recht dürftig. Das liegt vor allem an den hohen GEMA-Gebühren, die wir entrichten müssten. (Aufruf: Falls unter euch Lesern jemand Musiker und nicht bei der GEMA ist, meldet euch bei katharina@hoersport.de). Dann hatten viele Kunden den Wunsch nach mehr Trainerstimmen. Dem sind wir bereits nachgekommen und haben die Podcasts von drei neuen Sprechern vertonen lassen, u.a. von der deutschen Synchronstimme von Antonio Banderas.


Antonio dürfte vor allem die Nutzerinnen noch einmal mehr zum Trainieren motivieren. Auch den Übungskatalog erweitern wir permanent und ergänzen ihn um Übungen aus anderen Sportarten, wie Pilates und Yoga. Auch das eine Bitte vieler Kunden. Wir sind für Ideen und Verbesserungsvorschläge sehr offen und dankbar und versuchen sie im Rahmen unserer Möglichkeiten kurz- bzw. mittelfristig umzusetzen.

„Jedes erstellte Training ist neu und anders“, verspricht das Portal. Wie kommt es, dass ihr dieses dennoch zu wirklich überschaubaren Preisen anbieten könnt?

Die einzelnen personalisierten Trainingseinheiten werden von unserem Expertensystem generiert. Dieses System spiegelt den neuesten Kenntnisstand der Trainingswissenschaften wider und errechnet auf Grundlage dieses Wissens einen Trainingsplan, der abwechslungsreich, effektiv, gesund und vor allem optimal auf den jeweiligen Nutzer zugeschnitten ist.

Das Expertensystem ist fertig entwickelt, verursacht also keine neuen Kosten. Und durch den automatisierten Ablauf sparen wir natürlich Personalkosten. Bei aller Automatisierung legen wir jedoch sehr starken Wert auf unsere persönliche Kundenbetreuung. Und die erfolgt nicht über das System, sondern über unseren Sportwissenschaftler Olaf Prieske.

Welches Team steckt hinter Hörsport, und wie kam es zum Standort Bernau bei Berlin?

Unser Team: interdisziplinär und international. Da sind zum einen wir die Geschäftsführer, beide von Hause aus Informatiker. Bei der Programmierung werden wir unterstützt von zwei freiberuflichen Informatikern aus Griechenland und Spanien.

Ganz wichtig ist Olaf Prieske, unser Sportwissenschaftler, der für die sportwissenschaftlichen Inhalte verantwortlich ist. Er promoviert nebenher an der Uni Potsdam, die unser Team und unsere Idee von Anfang an sehr unterstützt hat. Für die Texte und Vertonungen sowie für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit ist Katharina Göbel zuständig, sie kommt ursprünglich aus der Geisteswissenschaft.

Ja und warum Bernau? Weil Brandenburg so schön ist? Es war vor allem ein brandenburgisches Förderprogramm, das uns in den Barnim verschlug. Aber in der brandenburgischen Idylle lässt es sich ganz fantastisch arbeiten. Und zum Feierabend ist man ja dann schnell wieder im Großstadttrubel.

Ein paar Worte zu euch und eurem Werdegang?

Tim Bärmann und Dr. Sven Ehlert

Ich, Tim Bärmann, programmiere seit 20 Jahren und habe an der Technischen Universität Berlin Informatik studiert.

Nach dem Ende meines Studiums war ich in der ComputerspieleEntwicklung, habe u.a. in der Firma RotoBee als Programmierer, Lead-Programmer und Projektleiter bei den Spielen „Singles“, „Singles 2“ und „Kiss before Midnight“ gearbeitet. Seit Sommer 2008 konzentriere ich mich vollständig auf die Entwicklung von hörsport.

Und ich bin Sven Ehlert, habe auch an der Technischen Universität Berlin Informatik studiert. Von 2005 an habe ich am Fraunhofer Institut für Offene Kommunikationssysteme gearbeitet und war dort für den Be¬reich „Sichere Internet-Telefonie“ verantwortlich. Dort habe ich 2009 auch meine Doktorarbeit abgeschlossen.

1 Kommentar zu "Der Personal Trainer für jedermann – Hörsport gibt was auf die Ohren"

  1. Diese Meldung von Hörsport erreichte uns soeben:

    „Gerade wurde der 1. Geburtstag von hörsport.de gefeiert, jetzt erhält der digitale Personal Trainer in der ersten Finanzierungsrunde einen sechsstelligen Betrag. Thilo Veil, Experte im Online-Healthcare-Markt und Gründer der xx-well.com AG (z.Bsp. „Brigitte Coach“), sowie die HERNEST Beteiligungsgesellschaft (Frankfurt/Main) investieren in das Internet-Startup, das hörsport entwickelt hat“.

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Der Personal Trainer für jedermann – Hörsport gibt was auf die Ohren

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