Gründung Mad Dog: Die zentrale Plattform für Comics

Bei Mad Dog aus Düsseldorf handelt es sich um eine noch junge Online Comic Plattform mit deutschem und internationalem Angebot. Was es mit diesem Konzept genau auf sich hat, das verrät uns Christian Klasen von Mad Dog:

Ihr Unternehmen bietet Comics in digitaler Form, eine sehr schöne Idee. Möchten Sie quasi das „Kindle“ für Comics werden?

Ein schöner Vergleich, ich würde es aber eher formulieren als „die zentrale Plattform für Comics“. Wir möchten in der Zukunft ja auch neben den digitalen Comics die passenden Printprodukte mit anbieten und mit unserer Community, die wir gerade aufbauen, auch mehr als nur die reinen Inhalte und Produkte anbieten. Bei MadDog Comics soll man ja auch Videos, Anleitungen und Informationen finden, wie man beispielsweise Comics zeichnet.

Publizieren Sie die Comics in Lizenz, oder wie kommen Sie an entsprechend spannende Inhalte?

Wir kooperieren mit den Verlagen wie Panini, Cross Cult oder Mosaik aber auch direkt mit einigen Künstlern. Wir haben ein internationales Team, welches interessante Verlage und Künstler scouted, die Kooperationen mit den Verlagen aufbaut und diese dann an unser Produktteam weiter gibt. Die kümmern sich dann direkt um die Inhalte, Zeitpläne aber auch gemeinsame Marketingaktivitäten. So treten wir bspw. auf Messen gemeinsam auf und sind nur auf solchen Messen direkt präsent, wo es aufgrund der Zielgruppe für uns aber nicht für den Verlag relevant ist.

Auf dem Comic-Salon in Erlangen waren wir so u.a. auf den Ständen von Splitter, Panini und Cross Cult präsent. Auf der RPC in Köln stellten wir MadDog Comics erstmals der Öffentlichkeit vor, auf unserem eigenen Stand, in der „e-Comic Lounge“.

Die Frage wird Ihnen sicherlich des Öfteren gestellt, aber da Sie sich gerade via Crowdfunding finanzieren: Womit verdient MadDog Comics sein Geld?

MadDog Comics hat drei Erlösquellen. Primär verdienen wir beim Verkauf der digitalen Produkte. Hier erzielen wir eine Marge von 28-30% je nach Vertriebskanal. Ab Herbst wollen wir in den Versandhandel mit den Printprodukten einsteigen, der Kunde hat dann am Ende einer Leseprobe die Wahl ob er die digitale Version möchte oder doch lieber das Printprodukt nach Hause geschickt bekommt. Mittelfristig werden wir hier auch Bundles sehen.


Nach dem Launch bei Seedmatch mehren sich auch die Anfragen von Verlagen und Publishern aus dem „Nicht-Comic-Bereich“ nach einer Lizensierung der gesamten Infrastruktur oder das Interesse für größere Content-Deals, bei denen Inhalte für eine ausgewählte Kundengruppe oder temporär für Kunden von Mobilfunkanbieter oder Hardwareherstellern vergünstigt oder gratis angeboten werden. Das Ziel ist aber, dass der größte Umsatzanteil aus dem Verkauf der digitalen Inhalte generiert wird.

Hat man es mit einem solchen Konzept aus dem künstlerischen Umfeld schwerer, entsprechende Investoren zu finden?

Eine sehr gute Frage. In jedem von uns steckt ein Comic-Leser und hat somit einen Bezug zu unserer Geschäftsidee. Bei einigen Investoren macht es die Sache sogar einfacher. Wir sehen in Deutschland aber generell noch eine geringe Akzeptanz für digitale Medien im Vergleich zum US-Markt oder Asien. Dies wird sich aber sehr schnell ändern, es gibt zwar immer eine kleine Gruppe der „early adoptoer“, aber bis etwas bei uns in Deutschland „einschlägt“, vergehen in der Regel 1-2 Jahre.

Eine äußerst kreative Geschäftsidee und ein ja zwangsweise kommerzielles Produkt, beide Aspekte sind nicht immer ganz einfach miteinander zu vereinbaren. Wie gelingt Ihnen dieser „Spagat“?

Das ist nicht so ganz einfach, aber viele Künstler begrüßen unser Tun. Es gibt auch skeptische Stimmen, aber es werden hier immer weniger. Für einige sind wir ein neuer moderner Vertriebskanal ihrer bestehenden Inhalte, andere kommen mit neuen Ideen und wollen extra für die Tablets und Smartphones Comics entwickeln. In der Zukunft wird beides seine Daseinsberechtigung haben, sowohl die digitalen Comics als auch die Printprodukte.

Eigentlich sind wir eine zusätzliche Möglichkeit bereits bestehende Inhalte einer neuen Kundengruppe auf deren präferiertem Medium auf einfache Art und Weise zugängig zu machen. Und nach dem Launch unserer Lucky Luke App im letzten Jahr, griffen viele Kids zu den Heften, die vorher unscheinbar im Regal lagen.

Hinter MadDog Comics stehen die Vela Entertainment Studios. Ein paar Worte zu dem Unternehmen und dem Team dahinter?

Vela Entertainment Studios wurde im Herbst 2010 gegründet mit dem Ziel mobile Apps aus den Bereichen Entertainment, Education und Edutainment zu entwickeln. Inzwischen laufen mehr als 1000 Apps auf den Systemen und mit den Frameworks von VELA, darunter bspw. auch die Sportschau oder einige Apps für Vertriebsmitarbeiter größerer Konzerne.

Unser Team zeigt eine große Begeisterung für Technik aber auch für die Inhalte selbst. Einige unserer Entwickler zeichnen auch selbst in ihrer Freizeit. Es macht viel Spass mit dem Team, permanent kommen neue Ideen und Verbesserungsvorschläge. Bei uns arbeiten jung gut ausgebildete Uniabsolventen neben erfahrenen Entwicklern mit 20 Jahren und mehr Erfahrung. Sebastian, CEO und Gründer, hat in der Vergangenheit schon einige Firmen gegründet und geleitet und bringt auch viel Verlags-Know-How mit ein. Seit Anfang des Jahres bin ich nach fast 5 Jahren Microsoft als Business Development Manager bei Vela für Kooperationen und strategische Projekte verantwortlich.

1 Kommentar zu "Gründung Mad Dog: Die zentrale Plattform für Comics"

  1. Das ist ja Cool! Wer liest denn nicht gerne mal einen guten Comic? Muss ich gleich mal vorbeisurfen. Auch die Idee Comichefte zu verkaufen finde ich genial, denn einen richtigen Comicladen mit allem was dazu gehört hab ich schon lange nicht mehr gesehen.

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