Kostengünstiges Personal Branding für Gründer

Ein Gastbeitrag von Sascha Albrink, sixclicks GmbH.

Gründer im B2B-Bereich sind auf ein positives Renommee im Internet angewiesen. Potentielle Kunden checken vor einer Angebotsanfrage in der Regel über Google, wie ein Anbieter sich im Netz darstellt.

Dabei wird davon ausgegangen, dass der Anbieter mindestens nicht durch negative Berichte auffällt, vor allem aber überhaupt deutlich sichtbar ist. Maßnahmen, die ein Personal Branding in diesem Sinne sichern, sind dabei kostengünstig umsetzbar.

Warum Maßnahmen zur Sicherung des Personal Brandings so wichtig sind

Kompetente, seriöse Dienstleister oder Anbieter anderer Unternehmensleistungen gehen auch im Internet selten davon aus, dass ihr Renommee durch negative Elemente geschädigt werden kann. Bereits in der Offline-Welt können jedoch Unstimmigkeiten oder Missverständnisse zwischen Auftraggeber und Personalie des Auftragnehmers – sei es die Geschäftsführung oder ein Mitarbeiter – dazu führen, dass für das Unternehmen nachteilige Informationen kursieren. Solche Informationen können die Interessen des Unternehmens direkt berühren, insofern sie Entscheidungen über mögliche Aufträge beeinflussen.

In der Online-Sphäre haben solche Phänomene eine weitaus bedrohlichere Auswirkung, da sie sich unabhängig von zeitlichen und räumlichen Personenkonstellationen ausbreiten. Eine einmal auf einer Ergebnisseite von Google sichtbare negative Bemerkung zum Mitarbeiter eines Unternehmens oder zu einem Freiberufler ist mit der Aufnahme in den Google-Index für alle User sichtbar, die die entsprechende Suche starten.

Gegenmaßnahmen welcher Art auch immer sind also dringend erforderlich, und zwar bevor der Fall eintritt. Die Sicherung des Personal Brandings dient aber nicht nur der Abwehr negativ wirkender Kommunikationsaktivitäten. Ein potentieller Kunde reagiert auch im positiven Sinne auf Sichtbarkeit und einen guten ersten Eindruck des Ansprechpartners des Unternehmens oder des Freiberuflers.

Die Dominierung von Personennamen durch Social-Media-Profile

Die Suche nach einem Personennamen erstreckt sich wie die meisten Google-Suchen meist nicht weiter als bis zur ersten Ergebnisseite. Die Strategie zur Sicherung des Personal Brandings bemüht sich deshalb vor allem um eine Dominierung der 10 SNERP, der 10 ersten Suchergebnisse. Entgegen kommt dieser Strategie, dass Google etwa Profile von Social Media generell hoch rankt. Wer Personal Branding als Basis-Maßnahme umsetzen möchte, ist also offenbar gehalten, Social-Media-Profile zu erstellen. Welche Medien wären dabei konkret zu bestücken?

Laut einer Testreihe von Marc Nemitz vom vergangenen Oktober, der zeitgleich Profile auf verschiedenen Media erstellte und die Ergebnisse in einer Ranking-Reihenfolge auflistete, ergäbe sich folgende Rankingliste:

  1. Yasni
  2. Xing
  3. Myspace
  4. Blogspot
  5. Facebook
  6. twoday
  7. linkedin
  8. Badoo – Singlebörse (!)
  9. Flickr
  10. Stayfriends
  11. WordPress
  12. Pinterest

Welche Social Media sind für Personal Branding geeignet?

Sascha Albrink

Es gibt allerdings zwei Erwägungen, die die Nutzung einer veränderten Liste beründen. Einerseits deuten praktische Erfahrungen darauf hin, dass das Ergebnis eines wie oben beschriebenen Tests im Kontext von Online-Aktivitäten über einen unwesentlichen Zeitraum deutlich anders ausfallen dürfte. Andererseits sind einige der genannten Medien für Personal-Branding-Maßnahmen an sich wenig geeignet. Personal Branding im oben beschriebenen Sinne bedarf zum Einen einer als seriös empfundenen Plattform, die auch Fachleute aufnimmt, womit Networks wie twoday, Badoo und Stayfriends aus der Liste ausscheiden. Weiterhin sollte als Suchergebnis nicht nur der Personenname selbst, sondern eben auch eine Beschreibung der Kompetenzen der Person auftauchen.

Eben darum geht es beim Personal Branding. Dieses Kriterium schließt Myspace aus. Facebook, das aus demselben Grund ebenfalls ausscheiden müsste, verbleibt dagegen wegen seiner hohen Akzeptanz. Aufgenommen würde dagegen twitter, dass sich bei aktiver Nutzung durchaus in hohen Rankingbereichen aufhält und auch die Aufnahme von Zusatzinformationen ermöglicht, dazu unbedingt Google+, außerdem einige Nicht-Social-Media, deren Aufnahme ich noch begründen werde.

Meine Liste würde folgendermaßen aussehen, ohne dass die Reihenfolge statisch im Sinne eines Rankings gesehen werden sollte, da sie sich in der Tat im Laufe von Online-Aktivitäten ohnehin verändert:

  1. Yasni
  2. Selbstdarstellung Corporate Website
  3. Facebook-Profil
  4. Twitter-Profil
  5. Autorenseite Gastartikel
  6. XING-Profil
  7. Corporate Blog
  8. Google+ Profil
  9. Presseartikel
  10. Content-Bereich Gastartikel

Nicht nur Social Media nutzen!

Da ich von professionellen Gründern als Zielgruppe ausgehe, ist selbstverständlich die Corporate Website und damit deren Selbstdarstellungsseite Bestandteil der Liste, dazu der Autorenbereich des mittlerweile selbstverständlichen Corporate Blogs. Der Corporate Blog bietet zudem die Möglichkeit, den Snippits ein Foto eines Autoren hinzu zu fügen und damit die visuelle Sichtbarkeit deutlich zu steigern. Auch das ist Personal Branding. Dazu kommen als Nicht-Social-Media in PR-Portalen eingetragene Presseartikel bzw. deren Autorenbereich. Die Eintragung von Pressemitteilungen in PR-Portalen zählt heute ohnehin zum Marketingalltag. Als ranking-stark erweist hier beispielsweise pressemitteilung.ws.

Schließlich sind Gastartikel eines vom Unternehmensleiter oder -mitarbeiter geschriebenen Gastartikels auf einem fremden Fachblog nicht nur eine sinnvolle Ergänzung, sondern bildet den Ausgangspunkt für ein Personal Branding, das über Basismaßnahmen weit hinausgeht. Personennamen tauchen in den SNERP primär auf der Autorenseite des Gastblogs auf und sekundär im Content, hier im Übrigen wieder mit Foto.

Über den Autor

Sascha Albrink ist Inhaber der Agentur sixclicks GmbH. Er ist seit 10 Jahren als Online Marketing-Berater spezialisiert auf den Bereich B2B-Online-Marketing.

Titelbild: fotocromo.com

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