marcel-ist-reif.de: Mit „echten“ Fußball-Kommentaren zum Überraschungserfolg

Einmal selbst ein Fußballspiel live kommentieren zu dürfen, das ist wohl der Traum von vielen Fans. Im Rahmen der EM hat es in diesem Zusammenhang die kleine aber feine Plattform marcel-ist-reif.de (erreichbar auch unter livekommentatoren.de) zu einiger Berühmtheit gebracht.

Schön, dass auch ein nicht kommerziell geplantes Projekt so erfolgreich sein kann. Wir freuen uns über das Interview mit Initiator Moritz Eckert:

Auf Ihrem Portal kann man Fußballspiele selbst live kommentieren, ein großer Spaß. Während der EM sind Sie sicherlich nicht viel zum Schlafen gekommen?

Kaum. Vor allem, weil die Seite marcel-ist-reif.de nur ein Hobby ist, wirklich arbeiten tun wir in anderen Jobs – natürlich auch während der EM. Aber da die Spiele abends pünktlich zum Feierabend begannen, konnte man das ganz gut hinkriegen. Ich gebe aber zu: Momentan muss ich noch einige Zeit „nachschlafen“.

Gerade die Meisterschaft in Polen und der Ukraine war sicherlich ein wahres „Geschenk“ für Ihr Marketing?

Die Idee von marcel-ist-reif.de gibt’s schon länger, jetzt vor der EM haben wir die richtigen Leute zusammengetrommelt, um die Sache kurzfristig umzusetzen. Ein Tag vor dem Eröffnungsspiel war die Website fertig.

Und das die Idee während der EM ankommt, dachten wir schon – dass sie aber so toll durch klassische und soziale Medien flog, hätten wir nicht erwartet. Außer der Bäckerblume, dem Playboy und Arte haben praktisch alle Medien über die Website berichtet. Total verrückt.

Wie entstand die verrückte aber tolle Geschäftsidee zu den livekommentatoren.de?

Champions League-Spiel. Mal wieder nerviger Kommentator. Lauer Sommerabend. Halbzeitpause, aber kein Bier mehr da. Ich bin dann zum „Späti“, einem Spätkauf, um noch ein Bier zu kaufen.

Auf dem Weg dahin ging ich an Menschen vorbei, die draußen in einer Kneipe saßen und smart über die Taktik des Spiels philosophierten. Außerdem machte der Späti-Verkäufer derbe Witze über den Gegner. Der Gedanke war: Warum sollen die TV-Zuschauer nicht solche authentischen Kommentare hören können, statt immer nur den einen häufig nervenden etablierten Kommentator?

Ist es überhaupt ein kommerzielles Projekt oder entstand dies mehr aus persönlicher Motivation, bzw. womit refinanziert sich das Portal?

Es ist ein Hobby, das wir mit einer UG auf eine gewerbliche Basis gestellt haben. Initial mussten wir etwas Geld reinstecken, um die Website zu entwickeln. Momentan haben wir allerdings keine laufenden Kosten, so dass wir momentan auch noch keine laufenden Einnahmen benötigten.

Wir überlegen aber natürlich intensiv, mit welchen weiteren Ressourcen wir den nächsten Schritt der Website machen können.

Unzählige Medien haben über die Plattform berichtet. Wie hat sich dies auf die Besucherzahlen ausgewirkt?

Wir hatten bis zu 30.000 Visits am Tag und Tausende Hörer pro Spiel.

Nun ist es sicherlich erst einmal ein wenig ruhiger geworden, wird die anstehende Bundesligasaison neuen Schwung bringen?

Klar! Die Gier nach alternativen Kommentatoren ist so groß, dass wir marcel-ist-reif.de natürlich nicht wieder einstampfen werden. Wir freuen uns jetzt schon, wenn das Fußball-Sommerloch vorbei ist.

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