StartUp miBaby: Mit Online-Beratung zum Crowdfunding Rekord

Das neue Portal miBaby aus München – jüngst mit 250.000 Euro Crowdfunding-Kapital ausgestattet – positioniert sich selbst als „kostenfreies und unabhängiges Shoppingportal, auf dem werdende und junge Eltern zu Anschaffungen fürs Baby von Experten beraten werden“. Ein spannendes Konzept, wie unser Interview mit Gründer Dr. Tim Kettenring verrät:

Wie kann ein solch ambitioniertes Ziel der umfassenden Online-Beratung rund um das Thema „Baby“ gelingen, bzw. welche Ressourcen und welches Expertenwissen können und wollen Sie für Ihr Shoppingportal zur Verfügung stellen?

Unser Ansatz ist, alle relevanten Informationen für die vielen Kaufentscheidungen auf einer Plattform zu bündeln. Um herauszufinden, was überhaupt relevant ist, haben wir mit sehr vielen Schwangeren, jungen Eltern und Experten wie Hebammen oder Kinderärzten gesprochen. Das Resultat war vielschichtig. Auf die Frage, was man zu welchem Zeitpunkt denn so alles braucht, waren vor allem Ratschläge von Hebammen und Erfahrungen von anderen Müttern, insbesondere von Freunden und Freundinnen besonders wichtig. Bei der Auswahl der einzelnen Anschaffungen wie bspw. einen Autositz spielen Testergebnisse großer Institute, Erfahrungen anderer Mütter und vor allem der Preis eine große Rolle.

Das Portal miBaby bündelt all diese Informationen und begleitet die Nutzerinnen und Nutzer in der Phase während und nach der Schwangerschaft. Zwei Beispiele: In der Zeit, in der die Kleinen das Krabbeln lernen, weisen wir die Eltern darauf hin, dass sie noch ihre Steckdosen sichern müssen. Praktisch aber hilfreich. Zusätzlich fördern wir die Entwicklungen des Kindes. Nach fünf Monaten lernen Babys das Greifen. Um das zu unterstützen, bekommen die Eltern via Newsletter und auf dem Portal pünktlich Ratschläge, welche Produkte, diese Motorik optimal fördert. Am Ende jedes Entscheidungsprozesses können die Mütter dann unseren Preisvergleich nutzen, der in über 100 Shops den günstigen Preis findet.

„miBaby selbst ist kein Shop, sondern eine unabhängige Beratungsplattform“, heißt es dann aber weiter in Ihrer Presse-Ankündigung. Wie erklärt sich dieser Widerspruch zur Positionierung als Shoppingportal? Welche Leistungen wird Ihr StartUp konkret anbieten?

Unsere Unabhängigkeit von Shops ist uns besonders wichtig. Unsere Absicht ist es nicht, den Kunden möglichst schnell zu teuren Käufen zu bringen, um Restbestände und volle Lager abzubauen oder andere Interessen zu befriedigen. Wir sind überzeugt davon, dass sich unser Service von dem eines Shops differenziert, weil wir dafür Sorge tragen, dass Eltern das Richtige für ihr Baby finden. Nicht das mit der höchsten Marge. Dazu gehören bspw. auch Artikel, die beschreiben, auf welche Produkte man getrost verzichten kann. Genau dafür werden wir von unseren Nutzerinnen geschätzt und dauerhaft genutzt.

Fürchten Sie nicht, mit Ihrem Konzept in Konkurrenz zu den beratenden Stellen vor Ort wie Hebammen etc. zu treten?

Wie auch in vielen anderen Bereichen ist im Bereich Shopping und Beratung ein Trend von offline zu online zu erkennen. Auch im Bereich Babyshopping ist das so. Daher sind wir überzeugt, dass unser Konzept sehr zukunftsträchtig ist. Allerdings sehen wir uns hier nicht in Konkurrenz mit Hebammen. Wir bieten ihnen sogar zukünftig eine Plattform, auf der sie ihren Service und ihre Ratschläge für ihre Kundinnen präsentieren können. Aktuell überarbeiten wir den Hebammenbereich. Die alte Version ist aber bereits auf eine sehr positive Resonanz gestoßen. Wir rechnen mit dem Relaunch Anfang 2013.

Ratschläge von Experten sollen das Angebot abrunden

Der Offline-Handel musste durch sinkende Margen sein Beratungsangebot vor Ort mehr und mehr kürzen. Sehen Sie hier weitere Wachstumschancen für den Online-Handel? Und woher kann dieser die notwendigen finanziellen Personalmittel generieren?

Neben dem zurückgegangen Beratungsangebot führt vor allem die zunehmende Vertrautheit mit Online-Shopping der User sowie die ausgereifteren und optimierten Services von Online-Shops dazu, dass dem Segment ein riesiges Wachstum bevorsteht. Das Schöne an Online-Lösungen ist, dass sie die User untereinander auch selbst beraten und man durch die intelligente Aggregation von Informationen einen Mehrwert schaffen kann, auch ohne hohe Personalkosten. Die Info „Von 200 Hebammen empfehlen 124 das Buch XYZ“ mit der Möglichkeit die einzelnen Kommentare zu lesen, ist sehr wertvoll und bedarf keiner weiteren Personalmittel.

Ihr Startup begann am 20. Dezember das erste 250.000 Euro-Crowdfunding bei Seedmatch. Wie kam es zu dieser Zusammenarbeit mit der Plattform und der Ausweitung der Funding-Summe?

Durch das neue Vertragswerk von Seedmatch, das eine Finanzierunrunde von >250K ermöglichte, wurde das Thema Crowdfunding für uns sehr interessant. Wir sind auf Seedmatch zugegangen, haben eine Woche später gepitcht und 10 Tage später war unser Auftritt live. Eine spannende und arbeitsintensive Zeit. Die Summe von 250.000 ergibt sich aus einem von uns ermittelten Finanzbedarf, der ein fokussiertes Arbeiten der nächsten Monate sicherstellt.

250.000 Euro, damit kann man schon eine Menge „anfangen“. Wie wollen Sie diese Finanzspritze einsetzen?

In erster Linie wollen wir unser Wachstum finanzieren. Wir planen in 2013 über 100 Tsd. neue User zu gewinnen. Darüber hinaus wollen wir unser Portal an wenigen Stellen noch abrunden. Der angesprochene Hebammenbereich und die Integration eines Gebrauchtmarkts sind geplant. Des Weiteren ist es für uns wichtig, unser super Team langfristig an uns zu binden. Wir möchten ab Januar zwei weitere Mitarbeiter in Vollzeit bei uns beschäftigen. Laut Planwerten werden wir durch diese Entwicklung in einem Jahr einen Monatsumsatz von über 100.000 Euro erzielen.

Suchen Sie noch nach personeller Verstärkung, und wer kann sich bei Ihnen melden?

Wir sind ein junges stark wachsendes Startup. Wir sind immer auf der Suche nach jungen Talenten, die Lust haben in einem dynamischen Umfeld mit sehr flachen Hierarchischen etwas dazuzulernen. Die Bandbreite an Anknüpfungspunkten ist sehr groß. Jede und jeder Interessierte soll sich einfach unter bewerbung@miBaby.de melden. Wir freuen uns auf tolle BewerberInnen.

Ein paar Worte zu Ihnen und dem Team hinter miBaby?

Dr. Tim Kettenring

Ich bin einer der beiden Gründer von miBaby. Dr. Björn Anton, den anderen Gründer, lernte ich während meiner Promotionszeit an der TU München / Yale School of Management kennen. Vom Ausbildungshintergrund bin ich klassischer BWLer. Ich habe an der Universität Mainz meinen Diplomkaufmann erworben und an der Colorado State University meinen MBA. Meine Leidenschaft zu Startups hat sich schon während meines Studiums widergespiegelt, als ich mit einem Freund einen eigenen Web-Service entwickelte, der dann auch unsere MBAs finanzierte.

Dr. Björn Anton, der zweite Geschäftsführer, ist Diplom-Mathematiker und hat im Anschluss an sein Studium Erfahrungen in einer großen Strategieberatung gesammelt. Während ich eher für die kaufmännische Komponente verantwortlich bin, legt er sein Augenmerk auf die technische. Darüber hinaus haben wir einige Top-Leute, insbesondere von der TU München, gewinnen können, die wir jetzt teilweise langfristig an uns binden. Einen kleinen Überblick bekommt man hierüber auf www.miBaby.de/Team.

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