Suchmaschine App-Meister: Auf dem Weg zum High-End Entscheidungstool

Die innovative App-Suchmaschine App-Meister – programmiert von einem Team aus Freiburg – wird von den Nutzern aber auch der Presse sehr gelobt.

Was den hierfür ausschlaggebenden Unterschied zu vergleichbaren Portalen ausmacht, das fragten wir Geschäftsführer Claudius Heitz:

Herr Heitz, was macht der App-Meister besser als vergleichbare Programmkataloge oder der Original App-Store?

App Meister unterscheidet sich vor allem dadurch von der Konkurrenz, dass wir nicht nur eine Suchmaschine sind! Im Original App Store können Nutzer nur nach Stichworten suchen, müssen aber fast schon den Namen der gesuchten App kennen um wirklich ans Ziel zu gelangen.

Andere Suchmaschinen bzw. Programmkataloge sind schlauer, aber auch dort ist dann bei den Suchergebnissen Schluss: Die Nutzer stehen vor dem Problem aus den vielen Alternativen auswählen zu müssen. Perfektes Beispiel dafür sind Todo-Listen, eine Suche nach „todo“ liefert unzählige Apps. Welche nehmen?

Hier setzt App Meister an. Durch die paarweisen Vergleiche von Apps entstehen thematische Ranglisten. Diese können über die Suche leicht gefunden werden und sind sortiert, sodass die beste App oben steht. Die Nutzer haben zusätzlich die Möglichkeit, die Reihenfolge der Rangliste anzupassen, indem sie mittels Schieberegler einstellen, welche App-Eigenschaft – Preis, Design, Features – ihnen am wichtigsten ist.

Können Sie uns in etwa verraten, mit welchem ja doch sehr intelligenten Algorithmus sie die Suchergebnisse der mittlerweile unzähligen Tools auf die Kriterien der Sucher hin eingrenzen?

Nutzer sind meist auf der Suche nach Themen (d.h. zb. nach einer Twitter App), nicht nach einer bestimmten App. Insofern ist unsere Suche relativ einfach, da wir bevorzugt Ranglisten als Ergebnis zeigen. Die Apps sind bei uns automatisch durch die Paarvergleiche einem oder mehreren Rankings zugeordnet.

Die Ranglisten sind bei uns sehr granular im Vergleich zum App Store: Bei uns gibt es über 250, dort nur 20 Kategorien. Durch die relative geringe Anzahl an Apps pro Rangliste ist eine bessere Übersicht für den Nutzer möglich. Durch das Individualisieren der Rangliste erscheinen dann die für den Nutzer relevanten Apps weiter oben.

Für Apps die bei uns noch nicht paarverglichen sind und daher keiner Rangliste zugeordnet, nutzen wir als Fallback die iTunes API um auch diese Apps dem Nutzer anzuzeigen.

Interessant sind vor allem die Vergleiche ähnlicher Programme untereinander. Testen Sie bzw. Ihr Team diese auch selbst, bzw. durch wen werden die einzelnen Apps eingepflegt?

Ja, viele der Paarvergleichen stammen von unserem Team. Dies war für den Start nötig, damit genug Informationen auf der Seite verfügbar sind und die Nutzer den Wert erkennen und anfangen, selbst Paarvergleiche anzulegen.

Mittlerweile kommen täglich neue Paarvergleiche von Nutzern hinzu und wir selbst kümmern uns wieder rein um die Weiterentwicklung der Seite.

Sie konnten ein EXIST-Gründerstipendium des Bundeswirtschaftsministeriums für sich gewinnen. Mit welchen Argumenten gelang es Ihnen, die dortigen Entscheider von Ihrer Idee zu überzeugen?

Grundgedanke des EXIST-Gründerstipendium ist es ja, innovative Ideen aus der Wissenschaft zu fördern, sodass neue Firmen daraus entstehen können. Wir möchten als Firma Entscheidungshilfe im Netz bieten. Die Flut an Informationen und Angeboten explodiert und eine Auswahl unter den Alternativen wird immer schwieriger.

Unser neuer Ansatz einer relativen Bewertung – wie verhalten sich zwei Produkte zueinander? – ist unserer Ansicht nach valider und informativer. Aus den Paarvergleichen aggregieren wir mit einem Algorithmus aus der Entscheidungstheorie Ranglisten. Mit diesem Konzept konnten wir das Bundeswirtschaftsministerium überzeugen. App Meister ist unser erstes, stark vereinfachtes Projekt auf dem Weg zu ausgefeilteren Entscheidungstools.

Freiburg ist eine sehr schöne Stadt, aber nicht gerade als High-Tech-Standort im Bereich der Software & IT bekannt. Wie weit hat Ihnen die dortige Nähe zur Universität und zugehörigen Einrichtungen bei Ihrer Gründung geholfen?

Richtig, in Freiburg ist die Gründerszene nicht so groß. Allerdings ist App Meister ein internationales Projekt, wir sitzen also immer weit entfernt von unsern Nutzern…

Hier in Freiburg sind wir eingebunden in das Gründernetzwerk CTO (Campus Technologies Oberrhein), das schon einige Gründungen betreut hat und z.B. bei Fragen bzgl. EXIST hilft.

Welches Team steckt hinter Ihrer Firma compendii, und welche weiteren Projekte verfolgen Sie derzeit?

compendii besteht aus Claudius Heitz (Informatiker, Universität Freiburg), Daniel Heitz (Grafikdesigner), Jonathan Gumpp (Wirtschaftsingenieur, Karlsruher Institut für Technologie) und Michael Sauter (Informatiker, Birkbeck College, University of London).

Das Team von App-Meister

Momentan sind wir hauptsächlich mit App Meister beschäftigt, sind aber gleichzeitig am Auswerten und Überlegen, welche nächsten Schritte wir gehen. Dabei geht es vor allem darum, welche Themen sich am Besten für unser Entscheidungstool eignen.

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